Herbstversteigerung der „kleine Wiederkäuer“ im Trend

Mit der diesjährigen Herbstversteigerung am 17. Oktober 2015 in Maishofen beendete der Salzburger Landesverband für Schafe und Ziegen seine diesjährigen Zuchtversteigerungen. Durch den Einstiegsstop beim ÖPUL-Herbstantrag 2015 für erhaltungswürdige Rassen war eine besonders starke Nachfrage für diese Rassen gegeben.

Insgesamt konnte bei einem sehr reichhaltigen Angebot von 9 verschiedenen Rassen mit 243 angemeldeten und 198 zur Versteigerung vorgeführten Tieren eine interessante Veranstaltung abgewickelt werden. Im Vorfeld stellten die Züchter weitere 150 Tiere für die HB-Aufnahme bzw. WM/BM-Aufnahme den einzelnen Kommission vor.

Im Bereich der Ziegen insbesondere der Tauernschecken gab es eine äußerst lebhafte Nachfrage mit absolut hohen Durchschnittspreisen. Den Spitzenpreis erzielte die von Esterbauer Hermann, St. Veit gezüchtete Jungziege AT 835.097.840 „Alfa“ mit hervorragendem Exterieur. Die Stnr. 177 wurde von Seidl Christine, Bad Vigaun zum Tageshöchstpreis von € 1.920 ersteigert.

Der Zuchtbetrieb Esterbauer Hermann, St. Veit konnte mit weiteren € 1.800 die Stnr. 176 AT 835.098.940 „Zinne“ an Kreuzer Josef u. Aloisia in Großarl versteigern.

Das hohe Preisniveau der Tauernschecken von durchschnittlich € 647 unterstreicht den besonderen Verlauf dieser Versteigerung.

Bei der Rasse Pinzgauer Ziegen erzielte die Stnr. 226 AT 306.420.530 von Gruber Hermann, Uttendorf mit € 550 den besten Zuschlagspreis. Käufer: Öschlberger Josef aus Seekirchen.

Bei den Tiroler Bergschafen bestand im weiblichen Bereich mit einem Durchschnittspreis € 275 eine gute Nachfrage. Wobei die Stnr. 119 AT 873.242.230 von Hinterberger Franz und Helmut, Unternberg den beachtlichen Zuschlagspreis von € 1.100 erzielte. Käufer: Zuchtgemeinschaft Baitz, Bachler aus Bramberg.

Die erhaltungswürdigen Rassen Braunes Bergschaf, Alpines Steinschaf und Tiroler Steinschaf wurden bei einer regen Nachfrage zügig versteigert.

Nach Fleischrassewiddern bestand eine gute Nachfrage da in der Schlachtlämmerproduktion durch die Umsetzung der Totvermarktung mit entsprechender Fleischklassifizierung der Einsatz eines Fleischrassewidders auf eine fruchtbare Muttergrundlage bereits Standard ist. Der teuerst Suffolk-Widder von Riffelsberger Peter, Salzburg/Gnigl Stnr. 53 AT 364.777.240 wurde von Rasser Ernst aus Maishofen mit € 640 ersteigert.

Der Markt für die Widder des Tiroler Bergschafes ist trotz vieler züchterische Maßnahmen eher schwierig. Den Spitzenpreis mit € 1.150 konnte Maier Wilfried, Hollersbach Stnr 14 AT 347.973.440 erzielen, Käufer: Lerch Engelbert u. Rosi, Uttendorf.

Bei den Tiroler Bergschaf - Widdern war das gute Angebot größer als die Nachfrage. Deshalb konnten von den 26 Widdern nur 17 zu einem Durchschnittspreis von € 477 versteigert werden.

Der Zuchttierabsatz ist in gewissem Sinne auch ein Barometer für die Stimmung in der Schaf- und Ziegenhaltung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden für die zukünftige Zuchtarbeit die noch stärkere Berücksichtigung der wirtschaftlich wichtigen Faktoren in der Lämmer- und Kitzproduktion verlangen.