Wieder stolz sein aufs Bauer sein

Am 20 Jahr Jubiläum des Schafhaltertreffens Flachgau besannen sich die Anwesenden wieder aufs Wesentliche – aufs Bauer sein.

Bildungs- und Beratungsschwerpunkte, vielzählige Marketing- und Vermarktungsaktivitäten begleiteten Bauern und Funktionärsebene des Flachgauer Schafhalterstammtisches gleichermaßen seit der Gründung im Jahr 1995. Zum 20 jährigen Jubiläum lud daher vergangenen Samstag, 21. Februar 2015 der Salzburger Landesverband für Schafe und Ziegen beim Jägerwirt in Lengau.

In ihrem Rückblick umrissen sowohl Obfrau Gabriele Schwenn, der Gründungsobmann Karl Vieselthaler und Geschäftsführer Franz Horn die Entwicklung. Beginnend mit einer Kundenoffensive um Lammfleisch bekannter und wieder populärer zu machen, so mündete dies schlussendlich im Jahr 2004 in der Listung von Salzburger Berglamm und legte den Grundstein des ersten regionalen Qualitätsprogrammes. Mit viel Beharrlichkeit erreichte Frau Schwenn auch den Aufbau einer Ladestelle für die Schmutzwollsammlung, mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Verladeplatz. Geschäftsführer Franz Horn ehrte beide Funktionäre für ihr Engagement. Bei der Gratulation schlossen sich auch vielzählige Ehrengäste an, allen voran Landtagsabgeordnete Theresia Neuhofer, BR Ferdinand Tiefnig, Bürgermeister Fritz Kreil, BBK Obmann Walter Strasser und viele mehr.

Univ. Doz. Dr. Karl Buchgraber hielt unter dem Titel „Bauern übernehmen Verantwortung in der Gesellschaft“ das Hauptreferat der Veranstaltung. In seiner bekannt mitreißenden Art sprach er dabei den Anwesenden aus der Seele. Bauer zu sein bedeutet mehr als nur Traktor fahren und ein wohlkalkulierter Einsatz des Rechenstifts – Bauern sein heißt, ein Gespür für den Boden und seine Tiere zu haben. Der Bauer ist die Grundlage des Naturschutzes. Auch wenn das öffentliche Bewusstsein derzeit anderweitig ausgerichtet ist, so wird der Stellenwert der Bauernschaft in Zukunft steigen. Trotz steigender Bevölkerungszahlen und Flächenverluste durch Verbau und Verwuchs wird neben der industriellen Produktion auch die kleinstrukturierte Landwirtschaft ihren fixen Platz haben. Österreich ist privilegiert, so Buchgraber, eine so gepflegte und belebte Kulturlandschaft zu besitzen.  Es liegt aber die Aufgabe vor uns, das Wissen der 5 % bäuerlicher Bevölkerung über die Natur, den 95 Prozent anderweitiger weiterzugeben.