Arbeitskreisexkursion

Schaf- und Ziegenbauern am 26. und 27. Oktober 2019 auf Exkursion im Mühlviertel und Tschechien

 

Der Arbeitskreis Schafe und Ziegen macht sich jedes Jahr um den Nationalfeiertag auf Reisen. In diesem Jahr machte sich wiederum ein voller Reisebus auf den Weg. Ziele waren verschiedene Produktionsformen der Schaf- und Ziegenhaltung sowie ein Eierproduzent und die Besichtigung der historischen Stadt Krumau.

 

Die erste Station bildete der Biohof Wieser in Trölsberg mit Ziegenmilchproduktion und Direktvermarktung von Backwaren. Der Hof liegt auf ca. 600 m Seehöhe ca. drei Kilometer südlich von Freistadt und wird seit 1994 in biologischer Wirtschaftsweise geführt. Vor drei Jahren entschied sich auch der Sohn am Betrieb mitzuarbeiten, dadurch wurde auf Ziegenmilchproduktion umgestellt. Der Stall musste baulich vergrößert und eine Melkanlage (Karussell) eingebaut werden. Nun bietet der Stall Platz für 200 Bio-Ziegen, deren Milch nach Schlierbach geliefert wird. Das hochwertige Ziegenkitzfleisch wird in der Region geschlachtet und auf Vorbestellung im Hofladen verkauft. Das zweite Standbein der Familie ist die Vermarktung von Backwaren. In der hofeigenen Backstube werden verschiedene Brotsorten, Gebäck und bäuerliche Mehlspeisen erzeugt und im Hofladen verkauft.

 

Der nächste Halt führte zum Biohof Abraham nach Hirschbach im Mühlkreis. Als klassischer Milchviehbetrieb wurde der Betrieb 2002 von den jetzigen Hofbesitzern übernommen. Um den Betrieb im Vollerwerb führen zu können, sah man sich nach Alternativen um und ist dabei auf die Schafmilchproduktion gestoßen. Derzeit stehen am Betrieb ca. 100 Milchschafe. Die gesamte Milch wird direkt am Betrieb zu köstlichen Schnittkäse verarbeitet. Gefüttert wird mit einem Futterförderband, mittels Ballenabwickler werden die Rundballen (trockene Silage) darauf dosiert. Dadurch wird die Fütterungsarbeit extrem erleichtert und Zeit eingespart. Ein Steckenpferd des Betriebes ist auch die ideale Nutzung des Stallmistes, etwa durch die richtige Kompostierung. Im Bio-Bereich ist es besonders wichtig, dass kein Dünger verschwendet wird, so der Betriebsführer. Neben der Käseproduktion gibt es einen reichhaltigen Kräuteranbau im Garten. Danach führte die Reise über den Grenzübergang Wullowitz nach Tschechien.

 

Mit einem Besuch in der historischen Stadt Krumau – ein UNESCO-Weltkulturerbe wurde der erste Tag abgeschlossen.

 

Am zweiten Tag besuchten die Teilnehmer den Betrieb Zimmel in Horni Plana/Tschechien. Der gebürtige Oberösterreicher ist nach Tschechien ausgewandert und bewirtschaftet dort mit seinem Sohn einen 450 ha großen Betrieb mit 1.000 Mutterschafen, Rindern und Pferden. Der neugebaute Stall bietet Platz für 1.600 Schafe und ist 135 Meter lang. Die ganze Herde besteht aus Merino Landschafen. Die weiblichen Tiere werden am Betrieb aufgezogen, männliche Lämmer im Stall gemästet und anschließend vermarktet. Die Klauenpflege wird mit einem speziellen Klauenpflegestand, welcher pneumatisch betrieben wird, bewältigt. Die Fütterung erfolgt über Rundballenraufen. In jeder Box findet man einen Heu- und einen Siloballen. Das Kraftfutter nehmen die Lämmer im Lämmerschlupf auf. Um die nötigen Tageszunahmen zu erreichen, können die Tiere ad-libitum fressen. Große Probleme hat der Betrieb mit dem Auftreten des großen Beutegreifers Wolf. Geschützt werden die Schafe mit derzeit vier Herdenschutzhunden - trotzdem kommt es zu Wolfsangriffen. In naher Zukunft sollen weitere Hunde angeschafft werden. Zehn Hunde sollen dann die Tiere des Betriebes vor Angriffen schützen.

 

Anschließend führte die Reise zurück nach Oberösterreich. Um den Teilnehmern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten, wird jedes Jahr auch ein Betrieb besucht, welcher nicht direkt mit Schafen bzw. Ziegen verbunden ist. Als letzten Programmpunkt wurde dafür der Betrieb von Stefanie und Thomas Neudorfer in Peilstein besichtigt. Für die Region untypisch werden am Betrieb Eier produziert. Der neugebaute Stall bietet Platz für 8.000 Hühner. Die Abnahme der Freilandeier erfolgt vollautomatisch. Die Hühner bleiben ca. ein Jahr am Betrieb. Die Abholung der Eier erfolgt zwei Mal wöchentlich auf Paletten mit 10.400 Stück. Ein zweites Standbein des Betriebes ist das Lohnunternehmen. Der Fuhrpark umfasst Maschinen für die Feldarbeit, aber auch für den Winterdienst. Im letzten Sommer war Thomas vor allem mit der Engerling Bekämpfung beschäftigt.