Sommerversteigerung 2016

Das laufende Jahr brachte, bedingt durch die Schwankungen und der unzufrieden stellenden Preise in anderen Sparten, zahlreiche Neubeginner in der Schafhaltung. Diese Stimmung war auch sehr deutlich anlässlich der Widderversteigerung am 30. Juli in Wels spürbar. Reges Interesse herrschte an den angebotenen Zuchttieren und somit konnte der Großteil wie folgt abgesetzt werden.

Milchschafrassen

Erfreulicher weise konnten hier 100% der angebotenen Tiere abgesetzt werden. Nach dem erfolgreichen Absatz der weiblichen Tiere 2015 konnten auch heuer wieder die 3 Ostfr. Milchschafdamen zu sehr guten Preisen den Besitzer wechseln. Bei der Rasse Lacaune waren nur zwei Jungwidder vertreten, die sehr begehrt waren. Hier hoffen wir in den nächsten Jahren auf größere Auftriebszahlen. Der Spitzenpreis lag in der Gruppe der Milchschafrassen bei 1.080 Euro für den Lacaunewidder mit der Standnummer 51 vom Zuchtbetrieb Ecker aus Maria Neustift. Er stellte somit auch den Tageshöchstpreis!

 

Fleischafrassen

Bei den klassischen Fleischschafrassen (Suffolk, Texel und Ile de France) blieben trotz Topgenetik und einem breiten Angebot von 15 Widdern leider die Käufer aus. Speziell bei den Suffolk lag das Niveau sehr hoch und der Zuchtbetrieb der Familie Schütz aus Herzogsdorf konnte mit ihrem „Petrus“ einen Ia-Widder stellen!

 

Merinolandschaf

24 Widder und 2 Jungschafe wurden bei dieser Rasse den Käufern angeboten. Die beiden Jungschafe vom Zuchtbetrieb Beiskammer wechselten auf den Zuchtbetrieb Ebetsberger nach Vöcklamarkt. Von den Widdern fanden Vier keine Käufer und somit lässt sich auch hier bei einem Durchschnittspreis von € 657,50 ein positives Resümee ziehen. Der Höchstpreis in dieser Gruppe lag bei € 940,- und kommt nun bei einem Betrieb in der Steiermark zum Einsatz.

Schafwollsammlung 2016

Am Freitag den 10. Juni 2016, und am Samstag den 11. Juni 2016 fandt in Wels u. Liebenau die alljährliche Wollsamlung statt.
Die Bio-Wolle wurde freitags zentral in Wels gesammelt. Dabei konnte heuer ein neuer Abnehmer gewonnen werden, und damit ein fairer Preis für die Weiße und die Braune Wolle erzielt werden. Der Preis für die mellierte Wolle ist etwas geringer. Insgesamt wurden 10,5 Tonnen Bio-Wolle gesammelt.

Die Übernahme der konventionellen Wolle erfolgte samstags sowohl in Wels als auch in Liebenau bei der Fam. Kasis. Dabei konnten über 30 Tonnen Wolle, getrennt in weiße, braune und mellierte Wolle, gesammelt werden.

Neubeginnertag 2016

Am Dienstag den 14. Juni 2016 fandt auf der BBK Wels ein Neubeginnertag statt.
Dazu waren alljene Betrieb eingeladen die gerade in die Schafhaltung eingestiegen sind.
Dabei konnten sich die Neueinsteiger untereinander kennenlernen. Zudem gab es Vorträge zu den Themen Vermarktung, Fütterung, Herdebuchzucht und Arbeitskreis.
Darüber hinaus berichteten Schafpraktiker über ihre Einstiegserfahrungen.
Insgesamt nahmen 45 Personen an der Veranstaltung teil.

Verbandsausflug Tschechien

Am Donnerstag, 26. Mail 2016 starteten 32 gutgelaunte Schafhalter zu einem 4-tägigen Besuch nach Tschechien. Nach einem kurzen Zwischenstopp in St. Pölten ging es weiter zum Grenzübergang Mikulov, wo unsere Reiseleiter Jiri schon bereit stand. Nach kurzer Fahrt erwartete uns ein gutes Mittagessen auf dem prächtigen Weingut der Fam. Kaplicky in Zajeci, mit wunderbarer Aussicht auf den ganzen Gebirgszug Palava.

Frisch gestärtk fuhren wir zum Schloss Lednice. Dieser Prachtbau war der Sommersitz der Fürsten Lichtenstein und wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Nach einer interessanten Führung, wo wir viel über die Gepflogenheiten der Fürsten erfuhren und einen kurzen Spaziergang am Palmehaus vorbei durch den Schlosspark machten, ging es weiter nach Mikulcice zum Weingut der Fam. Dvoracek. Sie führen ein kleines Familienunternehmen, die sich auf die Herstellung von Qualitätsweinen konzentriert haben. 11 verschiedene Weinsorten warteten auf uns zum Verkosten.

Am 2. Tag ging die Fahrt weiter zum Pferdegestüt nach Tumlacov. Den Betrieb gibt es seit 1925, er umfasst 260 ha und insgesamt 120 Pferde (Stuten, Jungoferde, Hengste). Nach dem Abrichten, Zureiten, der Zuchtprüfung und der Eintragung ins Zuchtbuch, werden sie verkauft oder zur Weiterzucht verwendet. Eine Vorführung einzelner Stuten und Hengste rundeten den interessanten Besuch ab.
Nach dem Mittagessen besichtigten wir eine Schaf- und Rinderzucht in Zelechovice. Ein kurzer gemütlicher Spaziergang, entlang der Weiden der Romney Schafe und der schottischen Hochlandrinder, sowie zusätzliche eine herrliche Aussicht über die Stadt Zlin und der ganzen Umgebung, führte uns zum Betrieb Radek Langer.
Die Fam. Langer führt einen Bio-Betrieb und sind Herdebuchzüchter. Es werden 250 Schafe, 10 schottische Hochlandrinder und 4 Limosin Mutterkühe gehalten. Die Tiere verbringen das ganze Jahr auf der Weide. Die rauen Bedingungen und die bescheidene Beweidung wirken sich positiv auf die Gesundheit der Tiere aus. Die Tiere werden am Hof geschlachten und vermarktet.
Bevor wir von unseren Freunden aus Tschechien zu einem gemütlichen Abend in einem Waldgasthof eingeladen wurden, besichtigten wir noch den kleinen Betrieb unserer Dolmetscherin Lucia in Roznov mit 14 Milchkühen und 16 Jungtieren. Die gesamte Milch wird am Hof zu verschiedenen Käsesorten und Milchprodukten veredelt und im näheren Umkreis vermarktet.
Die Direktvermarktung steht in Tschechien eher noch am Anfang und es ist gerade für kleinere Betriebe schwierig hier Fuß zu fassen, aber es ist auch dort die einzige Möglichkeit dem niedrigen Milchpreis entgegenzuwirken.

Der Samstag begann mit einem Besuch im walachischen Museum. Das kleine Holzstädtchen ist ein lebendiges Museum und hat den Charakter einer Kleinstadt aus der Zeit des 19. Jahrhunderts. Fast das ganze Jahre über finden heir Präsentationen statt, die den Museumsbesuchern das Leben unserer Vorfahren näherbringen. Abschluss dieses gemütlichen Vormittags war eine kleine Wanderung durch das Museum. Ziel war ein kleines Wirtshaus am Berg, das den Besuchern traditionelle und regionale Gerichte anbietet. Am Nachmittag beuschten wir noch drei weitere Betriebe.
Der erste Betrieb war eine frühere Kolchose, die Familie hat ein Drittel der Flächen zurückbekommen, weitere 48 ha hatt die Familie von Leute aus der Umgebung gekauft, die ihre Anteile nicht zurücknehmen konnten oder wolllten. Ein weiterer Teil ist gepachtet, sodass sie jetzt 298 ha bewirtschaften. Der Betrieb beherbergt 270 Rinder der Rassen Simmentaler und Charolais und wird in Form einer Mutterkuhhaltung betrieben. Die männlichen Tiere werden lebend zur Schlachtung, und die weiblichen Rinder zur Weiterzucht verkauft.
Einige Kilometer weiter beuschten wir den Betrieb der Fam. Zajecek. 2 Brüder und deren Schwager bilden hier eine Betriebsgemeinschaft und sie bewirtschaften eine Gesamtfläche von 220 ha (davon 40 ha Eigengrund). 200 Rinder, davon 100 Milchkühe (reinrassige Holsteiner) werden von einer Person in einem 8er Melkstand gemolken. Die Milch geht zum Teil in die Molkerei und ein Teil wird am Hof verarbeitet, die Produkte werden Privat, in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel verkauft.
Als letzter Betrieb stand Thomas Ondruch am Programm. Thomas verbrachte schon als Kind einige Tage Urlaub bei der Familie Kramml in Vöcklamarkt. Johann Kramml war damals Schafhalterring-Obmann und der Kontakt riss seit damals nie mehr ab. Der Vater von Thomas hat 1992 den Schafstall gebaut, samt einfachstem Melkkarussel am Berg. Vor 5 Jahren wurde der Stall erweitert und auf 150 Milchschafe aufgestockt. Thomas wartete mit dem Melken auf uns und so konnten wir, nach kurzem Anstieg zum Melkstand erleben, wie seine 3 Bordercollie´s mit Begeisterung die Schafe von der weide holten und wie dieses einfache Melkkarussel noch immer seine Funktion erfüllt.

Am Sonntag nach dem Frühstück traten wir wieder unsere Heimreise an. Nach einem Mittagessen in Poysdorf und der letzten Rast in Ybbs, wo wir auf einem Rastplatz bei einem Kaffee, die letzten mitgegebenen Frigale verspeisten, näherten wir uns immer mehr der Heimat und vier interessante udn erlebnisreiche Tage neigten sich dem Ende zu.

Schafscherkurs Betrieb Hofbauer

Am 13. Mai 2016 fand am Betrieb von Neueinsteiger Hofbauer Michael in Eggerding ein Schafscherkurs statt.
Unter der Anleitung von Schafscherprofi Markus Kücher lernten die Teilnehmer alle Tipps & Tricks rund um eine professionelle Schafschur kennen. Der Schafscherkurs war restlos ausgebucht, was auf die vermehrten Neueinstiege im Jahr 2016 zurückzuführen ist.

Volle Zuschauerränge auf der 190. Zuchtschafversteigerung

Das große Interesse an der Schafhaltung, sowie die Österreichische Juraversteigerung animierten zahlreiche Bäuerinnen und Bauern zum Besuch der Frühjahrsabsatzveranstaltung des Landesverbandes für Schafzucht und Schafhaltung in Wels. Dennoch war das Käuferinteresse differenziert  und der Veranstaltungsverlauf rassespezifisch und qualitativ durchwachsen.

Die Nachfrage nach Jura war ausgezeichnet, wobei sich das Käuferinteresse schwerpunktmäßig auf Tiere der Zuchtwertklasse Ib und IIa konzentrierte. So wechselte um stolze € 1.060,- der Jurawidder AT 806.139.740 (Stnr. 35) vom Zuchtbetrieb Gerhard Strasser, Attnang zur Widdergemeinschaft Sebastian Aigner, Großarl/ Markus Hettegger, Großarl. Im Bereich der Suffolkwidder konnte trotz absoluter Spitzengenetik vom Betrieb Hermann Schütz kein, der Qualität angemessener Preis gefunden werden.

Die Nachfrage nach Ile de France Widder ließ ebenfalls aus, bei den Texelwidder wechselte die LebNr. AT 701.306.640 vom Betrieb Bernhard Tasotti, Voitsberg zum Betrieb Rudolf und Carsten Schwarz, Pucking. Teuerster Widder der Rasse Merino Landschaf war die Leb.Nr. AT 716.603.840. Der Zuchtbetrieb Gudula Schrefler – Berger verkaufte den stimmigen Widder mit der Zwkl. Ib an den frischgebackenen Ringobmann von Kirchdorf Erwin Brandstetter, Ternberg.

Bei den weiblichen Zuchttieren ging der Tagesbestpreis an die Standnummer 1. Das Juraschaf AT 522.831.340 von Gerhard Strasser, Attnang wurde vom Betrieb Sebastian Aigner, Großarl um € 800 erstanden.

Bei den weiblichen Tieren der Rasse Merinolandschaf wurde erstmals eine geschlossene Kollektion versteigert. Die sehr homogene belegfähige Kilberngruppe vom Zuchtbetrieb Rupert Beiskammer jun. wurde via Kaufauftrag durch den Landesverband für Schafzucht und Schafhaltung um € 1450 ersteigert.  Neuer Besitzer ist Christian Schmölz, Neukirchen a.d. Enknach.

 

 

Rasse

 

Aufgetrieben/ abgegeben

 

geringster

Zuschlag

 

höchstes Zuschlag

 

Durchschnitts-preis

Merinolandschaf

 Widder

Ib

1/1

680

680

Ø

680

IIa

14/ 9

300

580

Ø

448

IIb

9/ 6

300

620

Ø

467

Suffolk Widder

Ib

2/0

 

 

 

 

 

 

Texel Widder

Ib

2/1

600

600

Ø

600

Ile de France Widder

Ib

1/0

 

 

 

 

 

 

IIa

3/0

 

 

 

 

 

 

Jura/  SBS Widder

Ib

5/ 5

640

1060

Ø

852

IIa

9/ 5

300

740

Ø

508

IIb

 

 

 

 

 

 

 

Merinolandschafe

Ib

4/4

Gruppenzuschlag - € 1450,-

Ø

362,50

IIa

1/0

 

 

 

 

 

 

Jura/ SBS Schafe

Ib

3/3

320

800

Ø

520

 

IIa

1/1

300

300

Ø

300

 

 

Neuer Obmann des Ringes Steyr

Bei der Generalversammlung des Ringes Ennstal wurde ein neuer Vorstand gewählt. Erwin Brandstätter wurde als neuer Ringobmann gewählt. Wir wünschen ihm für sein Schaffen alles Gute.

Ein herzliches Danke gilt dem ehemaligen Obmann Johann Kaltenbrunner für seine bisher getätigte Arbeit.