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Behandlungsmöglichkeiten und Prophylaxe bei Lippengrind

Am besten bewährt hat sich in komplikationslosen Fällen die Desinfektion der befallenen Hautstellen mit Jodlösungen bzw. mit Wundspray bzw. Behandlung der Wunden mit vom Tierarzt verschriebenen Salicylsalben bewährt.

Behandlung der Tiere bei Lippengrind

Eine Behandlung des Lippengrinds mit Antibiotika ist nicht notwendig, wenn es sich um die komplikationslose Lippenform handelt, da Lippengrind von einem Virus verursacht wird und daher Antibiotika nicht gegen das Virus wirken.

Bei Betupfen der Wunden mit Salben besteht immer die Gefahr, dass das Virus bei unvorsichtigem Umgang von einem Tier zum anderen wieder übertragen wird. Das Besprühen mit Desinfektionslösungen hat sich daher besser bewährt bzw. muss bei Einreibungen immer darauf geachtet werden, dass Handschuhe getragen werden und die Salbentiegel nicht kontaminiert werden. Das Tragen von Handschuhen ist auch wegen der Ansteckungsgefahr des Menschen unbedingt zu empfehlen!

Zusätzlich zur Desinfektion der Hautveränderungen hat sich häufig gezeigt, dass die Gabe von Vitaminpräparaten (Vitamin A) die Symptome rascher abklingen lässt und ein Neuaufflammen der Erkrankung eingedämmt wird.

Einige Autoren (Behrens, Ganter, Hiepe: Lehrbuch der Schafkrankheiten, 4. Aufl., Parey-Verlag 2001) sprechen auch davon, dass 0,2 %ige Kaliumpermanganatlösungen die Wunden schneller zur Abheilung bringen.

Bei Sekundärinfektionen mit Bakterien und bösartiger Verlaufsform ist es notwendig, zusätzlich zur Desinfektion der Wunden bzw. Behandlung mit Wundsprays oder Wundsalben systemisch Antibiotika gegen die bakteriellen Sekundärerreger zu verabreichen.

Vorbeugungsmaßnahmen gegen LippengrindGab es bereits Lippengrindausbrüche am Betrieb, muss darauf geachtet werden, dass sämtliche Stallbereiche, Aufstallungsteile und auch Stallgeräte nach Abklingen der Symptome gut desinfiziert werden, um ein Wiederaufflammen nach einiger Zeit möglichst zu verhindern. Da die Viren in der Umgebung Monate, ja sogar jahrelang infektiös bleiben, kommt es immer wieder zu wellenartigen Ausbrüchen bei den Lämmern, meist dann, wenn die Tiere bereits längere Zeit keine sichtbaren Veränderungen mehr hatten und der Immunschutz zu gering geworden ist.

Stressfaktoren ( wie z.B. Parasitenbefall, abrupte Futterwechsel, Unterversorgungen, hohe Gewichtsschwankungen, unzureichende Hygiene, zu dichter Besatz, mangelnde Klauenpflege, etc.) sind möglichst zu vermeiden. Besonders bewährt hat sich die Zufütterung vitaminreicher Mineralstoffmischungen. Bei guter Versorgungslage mit Vitamin A hat sich gezeigt, dass Lippengrindausbrüche viel milder verlaufen als in unterversorgten Herden bzw. dass wenn bereits einige Lämmer davon betroffen sind, die Läsionen rascher zum Abheilen kommen.

Schützen kann man gesunde Herden schlussendlich nur dann wirksam vor Lippengrind, wenn die Tiere keinen Kontakt zu anderen, möglicherweise infizierten Tieren (z.B. auf Weidegemeinschaften, Almen, etc.) haben, was in der Praxis nur schwer umzusetzen ist.

Es sollten jedoch in gefährdeten Beständen so wenig Zukäufe als möglich gemacht werden, und die Bestandsergänzung aus dem eigenen Betrieb vorgenommen werden. Im Idealfall sollten nur Widder zugekauft werden, die vor dem Einbringen in die Herde für mindestens 3-4 Wochen in einem Quarantänestall – am besten gemeinsam mit einem zur Schlachtung bestimmten, empfänglichen Tier – untergebracht werden, um zu sehen, ob dieser frei von Lippengrind ist.

Müssen dennoch mehrere Tiere zugekauft werden, sind diese ebenfalls über einige Wochen hindurch unter Quarantäne getrennt von der Herde zu halten. Die eigene Herde sollte in dieser Zeit ausreichend mit Vitaminen versorgt werden und keinen unnötigen Stressfaktoren ausgesetzt sein, um eine möglichst robuste Herde zu haben.

Auch mit Impfstoffen gegen Lippengrind wurden bereits Erfolge erzielt, eine Impfung ist aber nur in Problembeständen angezeigt, da die gutartig verlaufende Form bei entsprechender Behandlung meist ohne Schwierigkeiten und größere Verluste verläuft und kostengünstiger ist als die Impfung. In Österreich ist derzeit kein wirksamer Impfstoff zugelassen.

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