Grundsätze zur funktionellen Klauenpflege beim kleinen Wiederkäuer
Die Klauenpflege hat beim Schaf besondere Bedeutung: Ordnungsgemäße und regelmäßige Klauenpflege beugt Klauenerkrankungen vor, das Allgemeinbefinden des Tieres und somit seine Leistungsfähigkeit bleiben erhalten und die Marschfähigkeit der Tiere wird unterstützt.
Natürliches Klauenwachstum
Die Klauen des Schafes wachsen im Monat ca. 3-5 mm, die Klauen der Hintergliedmaßen stärker als die der Vordergliedmaßen. Je nach Abnutzung der Klauen ist in regelmäßigen Abständen ein Kürzen der gesunden Klauen notwendig. Bei Klauenerkrankungen ist ein kürzerer Intervall nötig bzw. muss der Erfolg der Klauenpflege kontrolliert werden. Die Klauenpflege sollte mindestens zweimal jährlich erfolgen, im Frühjahr 3 bis 4 Wochen vor dem ersten Weideaustrieb und im Herbst vor dem Aufstallen in die Winterquartiere. Je nach Bodenbeschaffenheit und Haltungsform sind die Intervalle der Klauenpflege anzupassen.
Werden die Tiere ausschließlich in Stallhaltung auf weicher Einstreu gehalten, erfolgt nahezu kein natürlicher Abrieb der Klauen. Die Klauen sind regelmäßig zu kontrollieren, ein zweimal jährlicher Klauenschnitt ist in diesen Fällen meist zuwenig. Bei regelmäßigem Austrieb auf Weideflächen und Alpung werden die Klauen stärker abgerieben, die Klauen sollten aber ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden, die Klauenpflege sollte zumindest 2 mal jährlich durchgeführt werden. Sobald die Klauen stark angewachsen sind, ist in jedem Fall ein Klauenschnitt notwendig, um die natürliche Form der Klaue zurück zu gewinnen und somit die Funktionalität der Klauen zu erhalten.
Anatomie der Klaue
Schafe und Ziegen gehören zu den Paarhufern. Die beiden Klauen jeder Extremität sind so geformt, dass der Klauenboden ohne Hohlraum am Boden fußt, die Klauenkanten sind leicht abgerundet, damit diese nicht ausreißen können. Die Reinigung der Klauen erfolgt über den Zwischenklauenspalt, wobei der Schmutz beim Auffußen zwischen den Klauen hindurch nach oben hinausgedrückt wird. Unterstützt wird diese Reinigung durch eine Hohlkehlung an der Innenseite der Klauen.
Kleine Wiederkäuer fußen mit der Klauenspitze, dem äußeren Tragrand, dem vorderen inneren Tragrand und der Sohle bis zum Ballen. Beim Auftreten auf dem Boden werden die Klauenpaare auseinandergedrückt, somit liegt der Zwischenklauenspalt frei und durch die Verbreiterung der Auftrittsfläche wird das zu tragende Gewicht besser verteilt.
In Abb. 4 und Abb. 5 sind die anatomischen Besonderheiten der Schaf- und Ziegenklaue dargestellt. Klicken Sie auf das jeweilige Bild, um eine größere Darstellung zu erhalten!






