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Welche Merkmale zeigen gesunde Tiere?

Um beurteilen zu können, ob Tiere gesund oder bereits erkrankt sind, ist es wichtig zu wissen, welche Merkmale ein gesundes Tier zeigt. Lernen Sie, wie man in einfachen Schritten am Tier erkennen kann, welche Veränderungen zu erkennen sind!

VERHALTENSÄNDERUNGEN BZW. VERÄNDERUNGEN AN HAARKLEID, HAUTOBERFLÄCHE, HORNANHANGSGEBILDEN UND NÄHRZUSTAND (ABB.1) SIND WICHTIGE HINWEISE FÜR DEN TIERARZT, UM ZU EINER DIAGNOSE ZU KOMMEN.

Tierärzte verwenden ein einfaches Untersuchungsschema, das zu einer raschen Diagnose führt. Man spricht vom “Untersuchungsgang”. In diesem wird das Tier von vorne bis hinten nach krankhaften Anzeichen untersucht, sämtliche Symptome, die von der Norm abweichen zusammengefasst, um schließlich zu einer Diagnose zu kommen.

Einige Elemente des Untersuchungsganges sind auch wichtig für Tierhalter! Sind Tiere erkrankt, ist es wichtig, einschätzen zu können, ob tierärztliche Hilfe geleistet werden muss bzw. wenn dies notwendig ist, ist es wichtig für den Tierarzt eine möglichst genaue Vorgeschichte der Erkrankung zu erhalten.

Wenn am Telefon bereits durchgegeben wird, dass das Tier Fieber hat (Temperatur messen) bzw. welche genauen Symptome erkennbar sind, kann der Tierarzt besser entscheiden, ob es sich um einen Notfall handelt bzw. in welche Richtung die Erkrankung geht.

Der Untersuchungsgang

Ein vereinfachtes System des Untersuchungsganges muss der Tierhalter beherrschen, um beurteilen zu können, ab wann ein Tier krankhafte Symptome zeigt bzw. sich noch normal verhält.

Im wesentlichen stützt sich die Untersuchung eines Schafes oder einer Ziege auf 3 Sinne:

  • Sehen, Beobachten (=ADSPEKTION)- das Verhalten oder die Körperhaltung der Tiere sind auf Veränderungen zu beobachten, sichtbare Veränderungen näher zu betrachten
  • Hören (AUSKULTATION) – Veränderungen wie Keuchen, Husten, Zähneknirschen, Stöhnen, etc. sind bei guter Beobachtung rasch erkennbar. Auch Pansen bzw. Darmgeräusche sind ohne Stethoskop bei Auflegen des Ohrs an die Bauchdecke hörbar
  • Fühlen, Betatsten (PALPATION) – die Konsistenz von Schwellungen und Umfangsvermehrungen bzw. heiße Körperstellen sind nur durch Betasten erkennbar

Um keine Symptome, die wichtig sind zu vergessen oder zu übersehen müssen bestimmte Schritte eingehalten werden, die im folgenden zusammengefasst und beschrieben werden. Zu jedem Untersuchungsschritt haben wir die Eigenschaften gesunder Tiere angeführt. Abweichungen von diesen Eigenschaften (egal ob Steigerung oder Verminderung zeigen ein krankhaftes Geschehen.

1. Allgemeinverhalten, Körperhaltung

GESUNDE TIERE SINDRUHIG UND AUFMERKSAM”, JUNGTIERELEBHAFT UND AUFMERKSAM”, DIE KÖRPERHALTUNG SOLLOHNE BESONDERHEITENDER RASSE ENTSPRECHEND SEIN.

2. Ernährungszustand

GESUNDE TIERE SINDGUT” GENÄHRT. FESTGESTELLT WIRD DER NÄHRZUSTAND AN DER KRUPPE. DIE KNÖCHERNE GRUNDSTRUKTUR SOLLTE ERKENNBAR SEIN, DIE KNOCHEN MÜSSEN GUT ABGEDECKT SEIN. MILCHRASSEN SIND GENERELL SCHLANKER ALS FLEISCHRASSEN. DIES IST IN DIE BEURTEILUNG EINZUBEZIEHEN.

Als gutes Maß zur Beurteilung des Nährzustandes ist der sogenannte “Body condition score”. Hier wird im Bereich der Kruppe die Bemuskelung und Fettabdeckung des Tieres geprüft. (siehe Abb.2-4 – klicken Sie auf das pdf-Dokument im Anhang, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten). Muttertiere von Milchrassen sollten im Durchschnitt einen Score von 2-3 aufweisen, Fleischrassen einen Score von 3 (Abb.3). Masttiere sollten einen Bodyscore von 3-4 erreichen. Auch Lämmer sollten innerhalb der ersten Tage einen Score von über 2 (Abb.2) erreichen.

3. Haarkleid, Hautoberfläche, Hautelastizität und Hauttemperatur

HAARKLEID: SCHAF: “DER RASSE ENTSPRECHEND”, ZIEGE: “GLATT,GLÄNZEND,ANLIEGEND”.

DIE HAUTOBERFLÄCHE SOLLTE GLATT UND GESCHMEIDIG SEIN, DIE HAUTELASTIZITÄT MUSSERHALTENSEIN, DIE HAUTTEMPERATUR SOLLTE “REGELMÄSSIG VERTEILTSEIN.

Das Wollkleid muss bei Schafen gestapelt und mit der rassetypischen Fettabsonderung versehen sein. Beim Betasten der Wolle werden die Finger fettig. Ziegen sollten glänzendes Fell aufweisen, der Glanz kann durchaus im Winter durch die Winterbehaarung geringer sein als im Sommer, sollte jedoch nie struppig, trocken und aufgestellt sein.

Die Hautelastizität überprüft man bei der Ziege am Hals (Übergang 2. zum 3. Drittel), indem man eine Hautfalte hochzieht und beobachtet, wie schnell diese wieder verstreicht. Beim Schaf ist dies aufgrund der Bewollung nicht möglich, hier prüft man die Elastizität am oberen Augenlid, indem man hier eine Hautfalte hochzieht. Verstreichen die Hautfalten verzögert oder gar nicht, spricht das für eine Austrocknung des Körpers!

Die Hauttemperatur lässt sich ebenfalls einfach feststellen, man beginnt bei behornten Ziegen an den Hörnern: man streicht vom Ansatz bis zur Spitze der Hörner und vergleicht die Temperatur, danach wird an den Ohren gleich verfahren. Dann streicht man vom seitlichen Kopf beginnend mit dem Handrücken entlang des Körpers bis zum Körperende (wellenförmige Bewegung – von oben nach unten). Danach streift man wieder vergleichend mit beiden Händen die Beine hinab bis zu den Klauen, umfasst diese und beurteilt die Temperatur der Klauen. Bei bewollten Schafen kann die Hauttemperatur nur bedingt gefühlt werden, da die Wolle Temperaturänderungen verbirgt. Man beginnt aber gleich wie bei der Ziege an den Hörnern bzw. bei hornlosen Rassen bei den Ohren und überprüft die Temperatur der Klauen.

Physiologischer Weise sind die abstehenden Teile des Körpers wie Ohren, Nasen, Zitzenspitzen und Klauen kühler als der Rumpf. Sind diese Akren vermehrt warm, kann dies ein Zeichen für einen entzündlichen Prozess sein (z.B.: vermehrt warme Klauen: Verdacht auf Klauenrehe).

4. Innere Körpertemperatur, Puls

DER PULS SOLLTE „REGELMÄSSIG” SEIN, DAS GEFÄSS SOLLTE „GUT GEFÜLLT UND GESPANNTSEIN.

  IKTPuls 

 Lamm

 38,5-40,0 100-116
 Jährling 38,5-39,5   80-96
 Schaf 38,5-39,5   60-80

 

  IKT Puls
 Kitz 38,5-39,5 100-120
 Jährling 38,3-39,0  80-100
 Ziege 38,3-39,0   60-80

Der Puls wird an der Innenseite des Oberschenkels gemessen. Entlang des Oberschenkelknochens greift man mit den vier Innenkuppen der Finger leicht auf die Haut. Man spürt dann Gefäßstränge, wenn man leicht nach vor und zurückstreicht. Hat man die Gefäße aufgefunden, wird ganz leicht an die Haut angedrückt, bis man ein Pochen spürt. Drückt man zu fest, wird das Pochen wieder unterdrückt, man muss den Druck dann senken. Es werden immer die Pulsschläge von 15 Sekunden abgezählt und dann mit 4 multipliziert. So erhält man die Pulsschläge pro Minute.

5. Atmung

Die Atmung sollte immer im Ruhezustand und an der rechten Flanke von hinten beobachtet werden. So erkennt man am besten, wie das Tier atmet. Man zählt immer die Hebung der Bauchdecke mit. Pro Minute sind je nach Alter des Tieres durchschnittlich 20-40 (Jungtiere, Lämmer, Kitze) bzw. 16 – 30 Atemzüge bei ausgewachsenen Schafen und 10-30 Atemzüge bei Ziegen zu erkennen. Bei hohen Außentemperaturen kann die Frequenz erhöht sein.

6. Augen-, Nasen-, Maulregion mit Schleimhäuten

DIE SCHLEIMHÄUTE GESUNDER TIERE SIND „BLASSROSA”, DIE SCHLEIMHAUT DER NASENINNENSEITE „ROSAROT”.

Bei der Untersuchung der Augen betrachtet man die Lidstellung bzw. ob das dritte Augenlid vorgefallen ist. Man achtet auf Schwellungen an den Augen und auf etwaigen Ausfluss. Gesunde Schafe und Ziegen zeigen gut geöffnete Augen, das dritte Augenlid ist bei normaler Betrachtung nicht erkennbar, die Schleimhaut ist blassrosa und die Lidbindehäute quellen nicht hervor. An den nasalen Augenwinkeln ist bestenfalls eine kleine Schmutzkruste bzw. gar kein Ausfluss erkennbar.
Die Nasenöffnungen sollten sauber und trocken sein, die Schleimhaut unpigmentierter Nasenlöcher ist rosarot. Die Tiere sollten keinen Nasenausfluss aufweisen.

Bei der Betrachtung der Maulgegend ist auf Fehlstellung der Zähne zu achten, auf etwaigen Futterbrei, der sich noch im Maul befindet bzw. ist die Zunge vorsichtig herauszuziehen und auf Veränderungen zu untersuchen. Die Untersuchung des Mauls sollte in jedem Fall erfolgen, wenn das Tier kein Futter mehr aufnimmt, um Fremdkörper, Verletzungen oder Schlundverstopfungen ausschließen zu können. Bei Verdacht auf eine Schlundverstopfung muss unbedingt die Halsgegend untersucht werden. Weiterführende Untersuchungen sind vom Tierarzt durchzuführen.

Kommt Ausfluss an den Augen- oder Nasenschleimhäuten vor, ist darauf zu achten ob dieser beidseitig oder nur einseitig ist. Dies kann Hinweise darauf geben, ob es sich um ein lokales oder um ein generelles Problem handelt.

Abb.1 Aufmerksame Tiere – beachte: Nährzustand des geschorenen Mutterschafes, Jungtiere sind lebendig
Abb.1 Aufmerksame Tiere – beachte: Nährzustand des geschorenen Mutterschafes, Jungtiere sind lebendig
Abb.2. BCS 1-2
Abb.2. BCS 1-2
Abb.3. BCS 3
Abb.3. BCS 3
Abb.4. BCS 4-5
Abb.4. BCS 4-5
Termine
27.05.2012 09:00
Altmühltaler Schäferfest
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25.05.2012 09:00
Lämmerverladestelle Plankstetten
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24.05.2012 15:00
Termine der Allgäuer Schafhalter e.V.
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Aktuelles
18.05.2012 10:46
Neuer Verbandsrechtsanwalt
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11.05.2012 11:35
Ausstellung Oberperfuss
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08.05.2012 09:10
Kilbernschau Tiroler Bergschaf
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