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Kupfermangel bei Schaf und Ziege

Kupfermangel ist hauptsächlich bedingt durch zu geringe Aufnahme an Kupfer mit dem Futter. Kupfermangel kommt vor allem in Gegenden vor, wo eisenhaltige Sand- oder Moorböden vorkommen.

Geringe Kupfergehalte findet man deshalb auf Moor-, Granit-, Porphyr- und Syrenitböden.

RÜBEN BZW. RÜBENBLATTSILAGE WEISEN EINEN BESONDERS NIEDRIGEN GEHALT AN KUPFER AUF, GETREIDE EBENFALLS.

Auch ein hoher Gehalt an Molybdän, das ein Antagonist von Kupfer ist, bewirkt einen sekundären Kupfermangel, indem es verhindert, dass ausreichend Kupfer vom Körper aufgenommen wird. Kupfermangel ist bei Ziegen häufiger anzutreffen, da diese einen höheren Bedarf als Schafe haben, aber auch beim Schaf kann dieser Mangel vorkommen.

Allgemein ist Kupfermangel gekennzeichnet durch eine Störung der Ausbildung des Gehirns bei den neugeborenen Lämmern und Kitzen, bei älteren Tieren kommt es zu eher unspezifischen Reaktionen: die Tiere verlieren an Gewicht, die Wolle bzw. das Haarkleid wird struppig und spröde, die Tiere zeigen Fruchtbarkeitsstörungen und bei einer Sektion lässt sich erkennen, dass das Knochenmark geschädigt ist. Die Tiere leiden oft an Lecksucht und manchmal stellt man eine Depigmentierung der Haare fest.

Meist entwickelt sich der Mangel über einen längeren Zeitraum und bleibt lange Zeit unbemerkt. Die sich entwickelnde Anämie (Blutarmut) bei den Mutterziegen und Mutterschafen ist oftmals schwer einzuschätzen – meist vermutet man Parasitenbefall. Doch wenn dieser ausgeschlossen ist und die Tiere auch häufig an harmlosen Infekten erkranken und Fruchtbarkeitsstörungen leiden, kann der Verdacht auf Kupfermangel ausgesprochen werden.

Bei neugeborenen Lämmern/Kitzen wirkt sich Kupfermangel besonders schlimm aus. Wenn die Muttertiere während der zweiten Trächtigkeitshälfte unter starkem Mangel leiden, kann sich das Gehirn nicht richtig entwickeln und bildet nur defekte weiße Substanz aus. Das Mark der Gehirnhälften verflüssigt sich – das charakteristische Bild des Kupfermangels entsteht.

WELCHE VERLAUFSFORMEN DES KUPFERMANGELS TRIFFT MAN BEIM LAMM UND ZIEGENKITZ AN?

Frühform:

  • Kupfermangel besteht bereits beim Muttertier (zuwenig Cu im Blut)
  • Schwerste zentralnervöse Störungen der Lämmer bei Geburt
  • Saugschwäche
  • Lähmungen (Parese) der Gliedmaßen
  • Festliegen
  • Tod nach kurzer Zeit
  • Hirnödeme, Hohlräume im Hirn
  • Gelatineartige Erweichungsherde bis totale Verflüssigung der Hirnhälften
    (Aussehen vergleichbar mit „Wasserkopf”)

Spätform = Sway back = Enzootische Ataxie:

  • Kupfermangel entsteht erst nach der Geburt (Mangel an Kupfer im Kolostrum)
  • Schäden am Rückenmark (Entmarkung)
  • Während ersten 2 Lebenswochen gutes Wachstum, gute Sauglust
  • Zunehmend Schwäche in der Hinterhand
  • Seitliches Wegbrechen des Hinterteils
  • Unsicherheit beim Gehen
  • Schwanken, Einknicken der Hinterhand
  • Gute Fresslust bleibt erhalten, kaum Todesfälle

WIE KANN ICH KUPFERMANGEL DIAGNOSTIZIEREN BZW. WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Bei älteren Tieren muss zuerst abgeklärt werden, ob die Anämie eine andere Ursache hat (z.B. Parasitenbefall – Leberegel, Blutverluste,…), dann sollte der Kupfergehalt im Blut der Tiere bestimmt werden. Werte unter 5 µmol/l sind Beweise für einen Kupfermangel. Bei toten Lämmern, die aufgrund der Frühform verendet sind, kann die Diagnose durch Sektion des Gehirns einfach festgestellt werden. Die Veränderungen der Hirnhälften sind charakteristisch. Bei älteren Lämmern, die an enzootischer Ataxie leiden, kann das Krankheitsbild mit leichtem Vitamin E/Selen-Mangel verwechselt werden.

Therapie und Prophylaxe:

Eine Therapie bei Schafen sollte ausschließlich nach eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, keinesfalls darf allein auf Verdacht hin therapiert werden, weil ansonsten Kupfervergiftungen die Folge sind. Bei erwachsenen Schafen und Ziegen wirkt eine Therapie nur zögerlich und hat nur dann Sinn, wenn das Knochenmark noch nicht nachhaltig geschädigt ist.

Bei der Frühform ist eine Behandlung sinnlos, da die Hirnschäden irreversibel sind. Bei Lämmern, die an der Spätform erkrankt sind, kann man mit Kupfersulfat behandeln. Es sollten ca. 10 – 20 ml einer 1 %igen Kupfersulfatlösung übers Maul eingegeben werden, die Behandlung sollte nach 4 Wochen wiederholt werden.

Einige Autoren (Ulbrich,Hoffmann,Drochner: Fütterung und Tiergesundheit, Ulmer Verlag, 2004, Behrens,Ganter,Hiepe: Lehrbuch der Schafkrankheiten, Parey Verlag, 2001) schreiben eine so oftmalige Wiederholung vor, bis der Kupfer-Blutspiegel der Tiere mehr als 10 µmol/l erreicht hat. Eine weitere Untersuchung der Kupfergehalte im Blut ist aber meist zu kostspielig, v.a. wenn es sich um Mastlämmer handelt, sodass maximal bei Zuchttieren eine Kontrolle der Behandlung Sinn macht, um Kupfervergiftungen auszuschließen. Bei kurzer Nutzungsdauer der Tiere hat sich eine zwei bis dreimalige Behandlung im Abstand von 4 Wochen bewährt.

Kupfermangel ist fast immer ein Bestandsproblem. Um die Ursachen genau herausfinden zu können, ist eine Untersuchung des Grundfutters auf Kupfer, Molybdän und Schwefelgehalte angezeigt. Bei Werten unter 5 mg/kg Trockensubstanz im Grundfutter sollte kupferhaltiges Kraftfutter (z.B. Sojaextraktionsschrot, Sonnenblumenextraktionsschrot) zugesetzt werden (v.a. bei Ziegen) oder gezielt mit einem kupferhaltigen Mineralfutter (tägliche Aufnahme: 2g/10kg Körpermasse mit Gehalten von ca. 0,5g/kg Trockensubstanz) zugefüttert werden (v.a. bei Schafen wichtig – wegen exakteren Dosierung).

VON EINER DÜNGUNG DER FLÄCHEN MIT KUPFER BZW. SCHWEINEGÜLLE IST V.A. BEI HALTUNG VON SCHAFEN ABZURATEN, DA DIE AUSBRINGUNG ZU UNKONTROLLIERT IST UND EINE KUPFERVERGIFTUNG DIE FOLGE WÄRE.

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