Bedarfsnormen – welche Mengen an Kupfer benötigen kleine Wiederkäuer?
Bei Schafen darf die täglich aufgenommene Kupfermenge ca. 10 mg/kg TS in der Ration nicht überschreiten.
Schafe:
Im Schnitt benötigen Schafe weniger als 6 mg Kupfer pro kg Trockensubstanz der Gesamtration. Wird die Menge von 10-12 mg/kg Trockensubstanz im Futter über längere Zeit auch nur geringfügig überschritten, kommt es zur chronischen Kupfervergiftung, die meist erst Monate nach Einsetzen der zu hohen Dosis an Kupfer entdeckt wird. Ziegen:
Ziegen benötigen täglich ca. 10 mg Kupfer pro kg Trockensubstanz gemessen an der Gesamtration. Diese Menge entspricht in etwa dem Bedarf von Rindern.
Ziegen benötigen also im Vergleich zum Schaf mehr Kupfer, auch die Kupfertoleranz ist ungleich höher. Bei gemeinsamer Haltung von Ziegen mit Schafen (z. B. im Rahmen von Landschaftspflegeprojekten) muss daher unbedingt der höhere Kupferbedarf der Ziegen berücksichtigt werden. Gegebenenfalls ist eine spezielle Mineralstoffmischung mit höherem Kupfergehalt für die Ziegen anzubieten. Diese muss jedoch so angeboten werden, dass sie für die Schafe nicht erreichbar ist (Risiko einer Kupfervergiftung für Schafe). Am besten bringt man diese Mineralstoffmischungen auf den Klettertürmen der Ziegen an, die für die Schafe unerreichbar sind.
AUSREICHENDE KUPFERMENGEN FINDEN SICH IN PFLANZEN, DIE AUF SCHIEFER-, KALK-, LÖSS-, GNEIS- UND BASALTBÖDEN WACHSEN.
Bei den Kupfergehalten ist zu beachten, dass die Kupfergehalte mit dem Absinken des Rohproteingehaltes der Pflanzen ebenfalls absinken, d.h. je älter das Futter ist, umso weniger Kupfer ist darin enthalten. Reich an Kupfer sind Bierhefe und Extraktionsschrote (z.B. von Soja und Sonnenblumen).
SOJAEXTRAKTIONSSCHROT ENTHÄLT Z.B. DURCHSCHNITTLICH 20-40 MG/KG TS.
