Mineralstoffwechselstörungen: Kupfer – warum ist Kupfer wichtig?
Kupfer ist ein Spurenelement, das für viele Körperfunktionen wichtig ist. Vor allem für die Ausreifung des Nervensystems von Ungeborenen im Mutterleib spielt Kupfer eine wichtige Rolle.
Leidet das Muttertier unter einem Mangel an diesem Spurenelement, ist die Ausbildung von Hirn und Rückenmarkscheide des Lammes oder Kitzes beeinträchtigt, es entstehen regelrechte Hohlräume im Hirn, die Folge sind schwerste zentralnervöse Störungen bei den neugeborenen Lämmern. Diese Störungen bei den Lämmern können sich bei Kupfermangel aber auch erst in den ersten Lebenswochen entwickeln, es entsteht der sogenannte Sway-back (enzootische Ataxie).
KUPFER IST ABER AUCH ALS BAUSTEIN WICHTIGER ENZYME ZUR BILDUNG UND AUSREIFUNG DER ROTEN BLUTKÖRPERCHEN UND FÜR DEN EISENSTOFFWECHSEL SOWIE FÜR DIE REIFUNG DER WEISSEN BLUTKÖRPERCHEN NOTWENDIG.
Auf eine ausreichende Zufuhr von Kupfer ist daher zu sorgen, um Abmagerung, Blutarmut und Infektanfälligkeit sowie Gehirnschäden bei den Tieren zu verhindern.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass besonders Schafe eine nur geringe Toleranz für Kupfer aufweisen. Schafe benötigen im Gegensatz zur Ziege nur wenig Kupfer, ein zuviel an Kupfer führt rasch zu Vergiftungserscheinungen. Das zuviel aufgenommene Kupfer wird über Monate in der Leber der Tiere gespeichert und häuft sich in diesem Organ an. Bei Schafen beobachtet man deshalb Kupfermangel nur selten, viel häufiger treten Schäden durch Kupfervergiftung auf, v.a. wenn falsche Mineralstoffmischungen (z.B. für Rinder oder Schweine) verfüttert werden.
