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Wie kann ich Pseudotuberkulose behandeln, welche Prophylaxemaßnahmen kann ich treffen?

Eine wirksame Behandlung der Erkrankung mit Antibiotika ist nicht möglich. Daher ist folgende Strategie nötig: Vorbeugungsmaßnahmen und chirurgische Sanierung bei betroffenen Tieren.

Behandlung mit Antibiotika???

Mit Antibiotikaeinsatz kann die Erkrankung nicht behandelt werden! Die Erfolge bei Antibiotikatherapie sind sehr spärlich. Antibiotika sollten wenn dann nur nach einem vorherigen Resistenztests (Antibiogramm) eingesetzt werden. Eine Wirkung zeigt sich allerdings nur im Anfangsstadium, wobei eine wochenlange Therapie notwendig ist um einen Behandlungserfolg zu erreichen. In späteren Stadien sind Behandlungen mit Antibiotika nicht mehr zielführend, da die Erreger von Phagozyten (=Körperzellen) aufgenommen werden und für Antibiotika nicht mehr erreichbar sind.

Chrirurgische Versorgung/Abszess-Spaltung?

In hartnäckigen Fällen hat sich die chirurgische Versorgung der Einzeltiere bewährt (Abszess-Spaltung mit anschließender Spülung bzw. gänzliche Entfernung des befallenen Lymphknotens). Diese Behandlungsmethode ist allerdings sehr aufwändig, weshalb bereits bei Prophylaxemaßnahmen anzusetzen ist.

Tiere mit Lymphknotenschwellungen oder bereits aufgebrochenen Abszessen müssen von der Herde abgesondert werden und sind solange getrennt aufzustallen bis die Abszesse verheilt sind! In dieser Zeit sollten die Tiere auch vom gemeinsamen Weidegang ferngehalten werden, da sich die anderen Tiere an gemeinsamen Scheuerplätzen anstecken können. Schafe und Ziegen mit Abszessen sind mögliche Ansteckungsquellen für die restliche Herde! Da die Keime durch den austretenden Eiter in die Umgebung gelangen und lange überleben, ist auf die Reinigung und Desinfektion des Stalles samt Einrichtungen (Futterraufen, Tröge, Scheuerstellen, Stallgeräte,…) besonders geachtet werden.

Bereits kleinste Wunden bei den Herdentieren sind zu desinfizieren. Ziegen bei denen schon mehrmals ein Abszess behandelt werden musste und bei denen Pseudo-TBC nachgewiesen wurde sind aus der Zucht auszuschließen.

Wie kann ich der Pseudotuberkulose vorbeugen?

Bei jedem Zukauf muss darauf geachtet werden, dass Zukaufstiere nicht von verseuchten Betrieben stammen. Wird Pseudotuberkulose durch einen Tierarzt auf einem Betrieb festgestellt, müsste eine Meldung an die zuständige Veterinärbehörde gemacht werden, es dürften keine Tiere mehr an andere Betriebe verkauft werden. Leider werden nur selten Pseudotuberkulosefälle amtlich gemeldet, weshalb es für Käufer von Ziegen wichtig sein kann, den Herkunftsbetrieb zumindest einmal besucht zu haben, um feststellen zu können, ob beim Herkunftsbetrieb Abszesse erkennbar sind.

Auch bei Zukauf von Tieren aus unauffälligen Betrieben sollten diese schon aus seuchenhygienischen Gründen einige Wochen in Quarantänestallungen verbracht und erst dann in die Herde eingegliedert werden, wenn sichergestellt ist, dass die Tiere nicht infiziert sind.

Beim Scheren ist es wichtig, darauf zu achten, dass jüngere Schafe vor älteren geschoren werden, da v.a. bei Schafen eher ältere Tiere betroffen sind als Jungtiere.

Generell muss darauf geachtet werden, dass die Hygienegrundsätze eingehalten werden, auf Sauberkeit im Stall und bei den Einrichtungen und Stallgeräten geachtet wird. Dornenbüsche sind zurückzuschneiden und Halsbänder regelmäßig zu kontrollieren.

Werden Wunden an der Hals- oder Schulterregion festgestellt, sind die Wunden so rasch als möglich zu versorgen bzw. mit einer Desinfektionslösung zu behandeln.

In Australien wurde eine Impfung entwickelt, um Schafe und Ziegen zu immunisieren. Es gibt auch in Österreich Arbeiten über die Entwicklung einer stallspezifischen Vakzine für Ziegen (so z.B. beschäftigt sich das BAL Gumpenstein mit diesem Thema). Beim Impfstoff in Australien hat sich gezeigt, dass Ziegen schwieriger zu immunisieren sind und Impfabszesse häufig auftreten. Derzeit ist ein wirksamer Impfstoff in Österreich nicht erhältlich. Auch sind die Berichte über die Wirksamkeit der Impfung in Australien sehr unterschiedlich.

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