Wodurch wird Pseudotuberkulose verursacht und welche Faktoren begünstigen die Erkrankung?
Generelle Hygienemängel am Betrieb, Hygienemängel bei der Schur sowie hohe Besatzdichten begünstigen die Weiterverbreitung der Erreger in der Herde.
Beim Erreger der Pseudo-TBC handelt es sich um ein Bakterium:
CORYNEBAKTERIUM PSEUDOTUBERCULOSIS (= C. OVIS)
Es handelt sich dabei um ein grampositives Stäbchenbakterien, das als Saprophyt (=Keim, der sich von totem organischen Material ernährt) auf Schleimhäuten im Nasen- und Rachenraum lebt, aber auch im Harntrakt und auf den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane zu finden ist. Mit Kot und Harn wird der Keim auch ausgeschieden. In der Außenwelt kann das Bakterium mindestens ½ – 1 Jahr überleben, da er sauerstofftolerant ist. Unter Anwesenheit von CO2 wächst er besonders gut.
Infektionsmöglichkeiten und begünstigende Faktoren
Generelle Hygienemängel am Betrieb, unzureichende Desinfektion der Stallungen und Stallgeräte/Einrichtungen, Hygienemängel bei der Schur (verschmutzte Geräte, keine Desinfektion nach Anschnitt eines Abszesses) sowie hohe Besatzdichten begünstigen die Weiterverbreitung der Erreger in der Herde.
Verbuschte Weiden mit Dornensträuchern, an denen sich die Tiere kleine Hautverletzungen zuziehen sowie starker Ektoparasitenbefall begünstigen ebenfalls das Eindringen der Erreger in den Körper. Unzureichende Wundversorgung mit Desinfektionslösungen und unzureichende Absonderung von erkrankten Tieren ohne das Treffen von Begleitmaßnahmen (Stall-, Futterraufen-, Geräte-, Desinfektion). Scheuernde Halsbänder bei Ziegen können ebenfalls kleine Hautverletzungen verursachen, wo Keime leichter eindringen.
Zink- oder Magnesiummangel können den Ausbruch der Erkrankung ebenfalls begünstigen. (Bostedt/Dedié: Schaf- und Ziegenkrankheiten,2.Auflage, Ulmer Verlag, 1996)
Wie erfolgt die Ansteckung mit dem Keim?
Schafe stecken sich gerne nach der Schur über kleine Verletzungen in der Haut an. Eintrittspforten sind auch kleine Hautverletzungen bzw. Bissstellen durch Parasiten (Räudemilben, Läuse, Zecken) bzw. Kratzer von Dornenbüschen im Kopf und Halsbereich.
Ziegen weisen häufiger Kampfverletzungen an Kopf und Nacken sowie im Halsbereich auf, die als Eintrittspforten für die Keime dienen. Außerdem brechen bei Ziegen vor allem am Ohrgrund und am Buglymphknoten die Abszesse auf. Der austretende Eiter ist infektiös für andere Tiere, die sich durch Schmutz- und Schmierinfektion anstecken können. Eine Ansteckung über die Schleimhäute oder Kot tritt eher selten auf.
