FAQ – Fehler und Irrmeinungen bei der Behandlung von Durchfällen:
Oftmals werden veraltete Meinungen bezüglich der Diät bei Durchfällen oder die Verwendung ominöser Hausmittelchen zur Behandlung von Durchfällen empfohlen, deren Wirkung sich nicht immer bestätigen lässt. Was stimmt nun und was nicht?
Hier einige Tips zur Klärung wichtiger Fragen zum Thema Durchfall:
1. Muss ich die Milch absetzen?
NEIN!
In den letzten Jahren wurde immer wieder gelehrt, die Milch wegzulassen und durch Diättränken oder reine Teetränken zu ersetzen:
DAS IST AUCH FALSCH! DIE TIERE VERHUNGERN REGELRECHT INNERHALB WENIGER TAGE, WENN MAN DIE MILCH ABSETZT!
Man muss sich im klaren sein, dass die Tiere ohnehin durch den Durchfall nur mehr unzulänglich in der Lage sind, die Nährstoffe aus der Ration in ausreichender Menge in den Körper aufzunehmen. Entzieht man ihnen die Milchnahrung gänzlich und ersetzt diese durch Tee – was soll das Tier dann noch stärken? Die Lämmer und Kitze brauchen ausgerechnet dann ausreichend Nährstoffe, um sich wieder zu erholen. Deshalb muss die Milchtränke fortgesetzt werden bzw. wenn Milchaustauscher oder Kuhmilch nicht vertragen werden, ist auf eine nährstoffreiche Diättränke umzustellen.
MERKE: DIE TIERE BRAUCHEN ENERGIE UM WIEDER ZU KRÄFTEN ZU KOMMEN!
2. Kann ich auf die Gabe von Elektrolyten verzichten?
NEIN!
Die Puffersubstanzen sind die eigentlichen Lebensretter, um den Blut-pH-Wert aufrecht zu erhalten und die Verluste durch den Durchfall auszugleichen. Die Tiere dürfen nicht „sauer” werden (sprich der Blut-pH-Wert darf sich nicht durch den Elektrolytverlust im Durchfallkot absenken) – ansonsten besteht akute Lebensgefahr!
Nicht nur Flüssigkeit muss ersetzt werden, sondern auch die verloren gegangenen Puffersubstanzen, um den Stoffwechsel der Tiere aufrecht zu erhalten und die Tiere am Leben zu halten. Bicarbonat oder Elektrolyt-Tabletten sind während der Lämmeraufzucht immer auf Vorrat zu halten, um möglichst rasch eingesetzt werden zu können. Bereits am ersten Tag des einsetzenden Durchfalls kann so rasch Hilfe geboten werden.
3. Hilft die Gabe von Schwarztee, Tierkohle oder reiner Kamillentee, Cola und Schnaps?
Auf diese Hausmittelchen kann ohne schlechtes Gewissen verzichtet werden. Man kann unter Umständen die Elektrolyttränke auch mit abgekochtem Wasser eingeben.
Bei den Zwischentränken hat sich allerdings bewährt, Eichenrindentee oder eventuell auch Salbeitee zu geben. Eichenrindentee ist deshalb der Vorzug zu geben, weil die geschädigte Darmwand viel schneller abheilt und Blutungen rasch zum Stillstand gebracht werden.
EICHENRINDENTEE IST IN JEDER GUTEN APOTHEKE ERHÄLTLICH UND SOLLTE IMMER AUF VORRAT GEHALTEN WERDEN.
Tip: dem Eichenrindentee immer einen Esslöffel Traubenzucker zusetzen, dann schmeckt dieser nicht mehr so bitter und wird lieber aufgenommen – keinen “normalen” Zucker verwenden, da dieser nicht so gut verdaut werden kann – Traubenzucker geht schneller ins Blut über, hat keine Nebenwirkungen, sondern spendet rasche Energie für das geschwächte Tier.
Tierkohle bindet lediglich Giftstoffe, führt aber zu keiner Abheilung der geschädigten Darmwand.
