Welche Symptome erkenne ich bei der Breinierenerkrankung des Schafes bzw. Enterotoxämie der Ziege?
Solange die Tiere noch leben kann lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Meist findet man die Tiere jedoch bereits verendet bzw.im Todeskampf vor.
Mastlämmer, Sauglämmer:
- Besonders gut genährte Tiere betroffen
- Meist nur einzelne Jungtiere betroffen
- Häufiger Vorbericht:
a) plötzliche Futterumstellung auf energiereiches Kraftfutter (hoher EW- und/oder Stärkeanteil) bei gleichzeitig zu geringer Aufnahme an rohfaserreichem Grundfutter
b) Übermäßige Milchaufnahme (Vorsicht: Lämmerbar!)
c) Weidewechsel auf junge, eiweißreiche Weide - Einzelne tote Tiere werden auf der Weide oder im Stall vorgefunden
- Manchmal werden Tiere im Todeskampf (unkoordinierte Bewegungen, Speicheln, angestrengtes Atmen, Krämpfe, Zusammenbrechen, Tod) bemerkt
- Selten: Durchfall (nur bei weniger akuten Fällen)
besonders gut genährte Tiere betroffen
Ziegen:
- Todesfälle bei allen Altersstufen, auch laktierende Ziegen betroffen
- Bis über 40 % der Herde erkrankt (Literatur: Bostedt, Dedié: Schaf- und Ziegenkrankheiten, 2. Auflage 1996, Ulmer Verlag, S. 346)
- Hauptsymptom: unstillbarer, therapieresistenter dünnflüssiger stinkender Durchfall mit Fibrinfetzen und häufig Blutbeimengungen mit oder ohne Fieber
- Atemnot bzw. rasselnde Atemgeräusche durch ein toxisches Lungenödem
- Zentralnervöse Störungen wie Krämpfe, Bewegungsstörungen nur selten bis gar nicht zu erkennen
- „Breinieren” treten nur selten auf
- Tod nach 1 – 2 Tagen vor allem bei Jungtieren.
