
Kraftfutterbetonte Rationen begünstigen die Entstehung der Erkrankung
Wodurch wir die Breinierenerkrankung verursacht?
Das Krankheitsbild zeichnet sich aus durch plötzliche Todesfälle bei besonders gut genährten Lämmern, meist bei älteren Mastlämmern.
Das Krankheitsbild zeichnet sich aus durch plötzliche Todesfälle bei besonders gut genährten Lämmern, meist bei älteren Mastlämmern. Manchmal treten diese Todesfälle auch bei intensiv gemästeten Sauglämmern im Alter zwischen 1-2 Monaten auf. Auch bei Ziegen kommt der Erreger dieser Erkrankung vor und wird dort als Enterotoxämie bezeichnet, allerdings bemerkt man bei Ziegen eine Häufung der Todesfälle, die quer durch alle Altersstufen durchgeht und auch die Symptome zeigen sich anders als die der Schafe. So kommt bei der Ziege die charakteristische Erweichung der Niere äußerst selten vor.
Erreger der Breinierenerkrankung:
- Clostridium perfringens Typ D
- Toxine α und ε
Der Erreger ist ein grampositives sporenbildendes und toxinbildendes Bakterium, das für sich allein ein natürlicher Darmbewohner und Fäulniskeim (Saprophyt) im Darm von Schafen und Ziegen.
Auch bei vielen gesunden Tieren ist dieser im Darm nachweisbar. Erst bei abrupten Futterumstellungen auf energie- und eiweißreiche Rationen bzw. unter Stressbelastungen des Magen-Darmtraktes kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung der Toxine dieses Clostridiums und dadurch zur zerstörenden Wirkung auf den Organismus.
Welcher Erkrankungsmechanismus liegt der Infektion mit Cl. perfringens zugrunde?
Breiniere beim Mastlamm bzw. bei Sauglämmern:
Cl. perfringens Typ D kommt natürlicherweise im Darm der Tiere vor und wirkt unter normalen Umständen nicht krankmachend.
Bei sehr kohlenhydratreichen Rationen oder übermäßiger Aufnahme großer Milchmengen kommt es allerdings zu starker Vermehrung dieses Keimes im Darm, da der teilweise unverdaute oder schlecht verdaute Darminhalt eine gute Nahrungsgrundlage für diese Keime bildet. In weiterer Folge kommt es zur Bildung organschädigender Toxine (besonders gefährlich ist das ε-Toxin), die über den Darm in die Blutbahn und so in den Körper aufgenommen werden.
Die Toxine schädigen einerseits Nieren und Leber, bewirken aber auch Ödembildungen im Gehirn durch Schädigung der Kapillargefäße. Generell werden den beiden Toxinen neuro- und hämotoxische Wirkungen zugeschrieben.
Enterotoxämie bei Ziegen:
Bei Ziegen ist der auslösende Faktor meist abrupter Futterwechsel (Umstellung auf energiereiches, rohfaserarmes Futter ohne vorherige Angewöhnung). Auch bei Verdauungsstörungen im Pansenbereich bzw. bei sämtlichen Ursachen, die eine verlängerte Verweildauer des Futterbreies im Darm bewirken (Stoffwechselstörungen, etc.) kann es zu erhöhter Vermehrung der Keime mit verstärkter Toxinbildung kommen. Auch bei Ziegen bewirkt das Toxin des Keimes die Krankheitssymptome. Meist tritt bei Ziegen jedoch eine Mischinfektion auch mit anderen Cl. perfringens Typen (z.B.: Typ C und B / b-Toxin) auf.
