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Diagnose: Moderhinke – und jetzt? Welche Behandlungsstrategien sind bei Moderhinke sinnvoll? Wie saniere ich meinen Bestand?

Die Diagnose Moderhinke stellt den Tierhalter vor einige Herausforderungen: Da es sich um eine hochansteckende Erkrankung handelt, muss möglichst rasch und effektiv saniert werden, um ein weiteres Ausbreiten in der Herde zu verhindern.

Dazu ist ein Handlungs- und Strategieplan gegen Moderhinke notwendig:

Vorbereitung zur Sanierung:

1.) Alle Tiere sind aufzustallen (Abb.1)
2.) Es sind mindestens 2, besser 3 Abteilungen einzurichten, die sauber ausgemistet, desinfiziert und mit hygienisch einwandfreier Einstreu versehen werden müssen. Diese 3 Buchten sind für die behandelten und untersuchten Tiere bereitzuhalten. (Abb. 2)
3.) Klauenpflegematerial ist vorzubereiten – Ersatzmesser sollten angeschafft werden, damit die Messer gewechselt werden können (Abb. 3), eine kleine Schüssel mit Desinfektionslösung für die Messer bereithalten
4.) Antibiotika-haltige Wundsprays sind vom Tierarzt zu besorgen (Achtung: Biobetriebe: Verschreibung durch den Tierarzt unbedingt erforderlich + bei gesetzlich 0 Tage Wartezeit sind mind. 48 Stunden Wartezeit einzuhalten.)
5.) Viehzeichenstifte bereithalten

Weitere Schritte zur Sanierung:

1.) Jedes einzelne Tier ist an allen 4 Klauen zu untersuchen, die Klauen sind zu reinigen
2.) Sämtliche Klauen sind auszuschneiden (Handschuhe verwenden) (Abb.4)
3.) Klauenmesser sind regelmäßig zu desinfizieren, va. nach erkrankten Tieren
4.) Nach dem Ausschneiden sind die Klauen mit Wundspray gut einzusprühen (Abb.5)
5.) Tier ist mit Viehzeichenstift zu markieren (verschiedene Farben verwenden – z.B. grün für gesunde Tiere, blau für Tiere, die nur an 1 Klaue erkrankt sind, rot für Tiere, die mehrere befallene Klauen hatten)
6.) Tiere sind in die neu eingestreuten Boxen zu bringen und folgendermaßen in Gruppen aufzuteilen: eine Gruppe sollte gebildet werden mit Tieren, die noch an allen Klauen gesund sind, eine weitere mit Tieren, die nur leicht erkrankt sind (= “Krankenstall”), eine dritte Gruppe mit Tieren, die schwer erkrankt sind (“Intensivstation”).
7.) ACHTUNG: Auch bei tiefen Wunden: KEIN VERBAND! (Verband schließt Luft ab – noch verbliebene Keime können sich wieder vermehren
8.) Auf frische, trockene saubere Einstreu achten, Tiere müssen weich aufgestallt werden
9.) Zur weiteren Behandlung sind Klauenbäder mit Desinfektionslösungen durchzuführen
10.) Wird Moderhinke zum Bestandsproblem, kann unterstützend gegen Moderhinke geimpft werden. Der Impfstoff Footvax® der Firma Essex ist derzeit in Österreich zugelassen (Stand 2005). Durch die Impfung wird eine Verbesserung der Krankheitserscheinungen erreicht, eine vollständige Heilung bzw. Immunisierung ohne Begleitmaßnahmen kann allein durch den Impfstoff nicht erreicht werden.

Folge- bzw. Nachbehandlung:

  • Regelmäßige Kontrolle der erkrankten Tiere (3-7 Tage nach der Erstbehandlung, siehe weiter unten)
  • Alle anderen Stressfaktoren ausschalten (Fütterung optimieren, Parasitenbehandlung wenn nötig, Feuchtstellen auf der Weide auszäunen, trockene Einstreu, Besatzdichte reduzieren,…)
  • Es muss regelmäßig ausgemistet werden
  • Klauenbäder zur Desinfektion der Klauen durchführen

Die Nachbehandlung wird erleichtert, wenn die Gruppeneinteilung gemacht wird: gesunde Tiere sollten täglich beobachtet werden, sobald ein Tier zu hinken beginnt, ist dieses aus der Herde zu nehmen, die Klauen auszuschneiden und in den Krankenstall zu verbringen.

Tiere aus dem Krankenstall sind nach ca. 1 Woche wieder zu untersuchen. Jede einzelne Klaue muss auf weitere Fäulnisstellen geprüft werden, abgestorbenes Material muss nachgeschnitten werden – es dar kein krankes Horn bzw. Gewebe mehr vorhanden sein. Die Klauen sind nach der Behandlung wieder zu desinfizieren. Nach einer Woche sollten die befallenen Klauen bereits trocken sein, gesundes Horn sollte sich nachgebildet haben. Danach wird nach 2 Wochen wieder kontrolliert – bei trockenen, gesunden Klauen können die Tiere in die gesunde Herde integriert werden. (Kennzeichnung mit Viehzeichenstift erneuern – erleichtert die weitere Beobachtung in der Herde).

Tiere aus der “Intensivstation” müssen 3 – 5 Tage nach der Erstbehandlung nachkontrolliert werden. Der Fokus richtet sich vor allem auf Tiere, die noch immer stark lahmen (ein Greifen der Behandlung zeigt sich bereits 1-2 Tage nach der Erstbehandlung – die Lahmheit muss deutlich zurückgehen!). Die Klauen sind zu säubern, eventuell noch vorhandene abgestorbene Teile sind sorgfältig wegzuschneiden und die Klauen danach mit Antibiotikaspray wieder gut einzusprühen. Danach wird nach 1 Woche nachkontrolliert. Sind in dieser Zeit bereits fast alle Klauen ohne Befund, kann das betreffende Tier in den Krankenstall verbracht werden. Fällt nach einer weiteren Kontrolle im Krankenstall keine Klaue mehr auf, kann das Tier zu den gesunden zurückgebracht werden.

Bei massivem Moderhinkebefall in der Herde und einem richtigen Bestandsproblem (>60 % der Tiere krank) hat sich die Errichtung einer “Überwachungsgruppe” bewährt, in der sanierte Tiere für einige Wochen kommen, um die gesunden Tiere vor rückfälligen Schafen zu schützen. Dies ist jedoch nicht immer möglich, bei genauer Beobachtung der Herde und Kennzeichnung der sanierten Tiere reichen 3 Gruppen aus, bei gutem Management und nur geringem Befall in der Herde kann auf die Intensivstation sogar verzichtet werden, hier reicht es, die Herde in 2 Gruppen zu teilen bzw. nur einzelne erkrankte Tiere in einer Krankenbox abzusondern.

Abb.1 Morastige Ausläufe sind Ansteckungsquellen für Moderhinke – bei Sanierung nicht mehr auf diese Flächen lassen – Tiere aufstallen!
Abb.1 Morastige Ausläufe sind Ansteckungsquellen für Moderhinke – bei Sanierung nicht mehr auf diese Flächen lassen – Tiere aufstallen!
Abb.2 Schafe sind frisch aufgestallt – Gruppeneinteilung nach der Behandlung je nach Krankheitsgrad (gesund – mittel – sehr krank) erleichtert die Nachbehandlung
Abb.2 Schafe sind frisch aufgestallt – Gruppeneinteilung nach der Behandlung je nach Krankheitsgrad (gesund – mittel – sehr krank) erleichtert die Nachbehandlung
Abb.3 Klauenpflegematerial – mehrere Messer bereithalten! Bei Moderhinke KEIN Verband!
Abb.3 Klauenpflegematerial – mehrere Messer bereithalten! Bei Moderhinke KEIN Verband!
Abb.5 Desinfektion mit Wundspray – dieser sollte Antibiotikahältig sein, um die Bakterien aktiv abzutöten – Verschreibung vom Tierarzt!
Abb.5 Desinfektion mit Wundspray – dieser sollte Antibiotikahältig sein, um die Bakterien aktiv abzutöten – Verschreibung vom Tierarzt!
Abb.4 Klauenpflege bei Moderhinke mit Handschuhen durchführen. Linke Klaue: loses Horn bis zur Lederhaut, Zwischenklauenspalt bereits entzündet.
Abb.4 Klauenpflege bei Moderhinke mit Handschuhen durchführen. Linke Klaue: loses Horn bis zur Lederhaut, Zwischenklauenspalt bereits entzündet.
Termine
27.05.2012 09:00
Altmühltaler Schäferfest
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25.05.2012 09:00
Lämmerverladestelle Plankstetten
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24.05.2012 15:00
Termine der Allgäuer Schafhalter e.V.
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Aktuelles
18.05.2012 10:46
Neuer Verbandsrechtsanwalt
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11.05.2012 11:35
Ausstellung Oberperfuss
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08.05.2012 09:10
Kilbernschau Tiroler Bergschaf
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