Die Trächtigkeitstoxikose – Behandlung und Prophylaxe
Wie kann die Trächtigkeitstoxikose behandelt werden und welche Möglichkeiten zur Vorbeugung der Erkrankung bieten sich dem Tierhalter?
Frühstadium
Im frühen Stadium steht die Regulierung der Pansenaktivität im Vordergrund. Um die Kohlenhydratreserven im Körper wieder aufzufüllen, können Glukosevorläufer wie Propionat oder Propylenglykol über mehrere Tage verabreicht werden. Unterstützend sollten auf jeden Fall Mineralstoffe (Kalzium und Kalium, Selen/Vitamin E) eingegeben werden (Behrens,Ganter,Hiepe 2001). Der Tierarzt sollte schon im frühen Stadium zu Rate gezogen werden, da ein Zuwarten bis zum Festliegen das Leben des Muttertieres und der Lämmer in Gefahr bringt.
Akutes bzw. fortgeschrittenes Stadium
Im fortgeschrittenen Stadium benötigt das Schaf eine intravenöse Behandlung mit Glucose- und Calciumlösungen, vor allem wenn eine Mischform der Trächtigkeitstoxikose mit einer Hypokalzämie vorliegt (Behrens,Ganter,Hiepe,2001).
Tierversuche haben gezeigt, dass eine Injektion von Insulin sich positiv auf die Überlebenschancen der Lämmer auswirkt. In Österreich ist jedoch die Anwendung von Insulin bei lebensmittelliefernden Tieren derzeit VERBOTEN, eine Anwendung dieses Arzneimittels ist demnach strafbar(Stand 2006)!
Welche Möglichkeiten habe ich, um der Erkrankung vorzubeugen?
Treten Fälle von Trächtigkeitstoxikose gehäuft auf, sollte eine labordiagnostische Untersuchung durchgeführt und mit dem Tierarzt einen Prophylaxeplan ausgearbeitet werden. Eine Umstellung der Ration ist in den meisten Fällen notwendig, um eine übermäßige Verfettung im Stadium der Frühträchtigkeit zu verhindern. Dies bedeutet, dass die Energiezufuhr der Leistung entsprechend, bis zum 100. Trächtigkeit nicht zu hoch sein darf und erst danach langsam gesteigert werden sollte. Abrupte Futterwechsel um den Geburtstermin sollten vermieden werden. Die Umstellung auf die Kraftfutterration für nach der Geburt sollte langsam und schrittweise erfolgen. Bei der Verabreichung von Kraftfutter sollte im Endstadium der Trächtigkeit auf leicht verdauliche Kraftfuttermischungen (z.B. Rübenschnitte und Quetschhafer) zurückgegriffen werden. Auf eine ausreichende Mineralstoff- und Vitaminversorgung ist ebenfalls zu achten.
Aus ökonomischer Sicht sollten betroffene Tiere auf Grund möglicher Leberschäden und nicht von der Hand zu weisender genetischer Dispositionen aus der Zucht ausgeschlossen werden.
