Was tun bei Selenvergiftung? Wie erkenne ich eine Selenvergiftung?
Selen ist ein überlebensnotwendiges Spurenelement. Aber bereits geringe Mengen, die außerhalb des maximalen täglichen Bedarfs liegen verursachen Vergiftungserscheinungen.
Selen ist ein Spuren- und kein Mengenelement. Es ist lebensnotwendig für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Die Toleranz des Körpers in Bezug auf Überdosierung ist jedoch sehr gering.
Eine Überversorgung mit Selen bei einer natürlich zusammengesetzten Futterration – selbst bei zur freien Entnahme angebotenen Mineralstoffmischungen – sofern diese nicht missbräuchlich verwendet werden – ist in Österreich nicht zu erwarten. Vergiftungserscheinungen bei Lämmern oder auch Muttertieren wurden jedoch bei Überdosierung von Selenpräparaten häufiger beobachtet.
MEIST ENTSTEHEN VERGIFTUNGEN DURCH SELENPRÄPARATE DURCH UNGEDULDIGE TIERBESITZER, DIE BEI UNZUREICHENDEM BEHANDLUNGSERFOLG NACH DER ERSTMALIGEN BEHANDLUNG NACHBEHANDELN. DOSIERT MAN ZU FRÜH ZU HOCH NACH, KOMMT ES UNWEIGERLICH ZUR VERGIFTUNG. DIE SCHWERE DER VERGIFTUNG IST ABHÄNGIG VOM URSPRÜNGLICHEN MANGELZUSTAND UND DER DOSIS DER SELENGABEN.
Man unterscheidet eine akute und eine chronische Selenvergiftung. Eine chronische Vergiftung entsteht bereits bei täglichen Gaben von 0,25 mg Selen pro kg Körpergewicht (ca. 5-15 ppm), akute Vergiftungserscheinungen treten bei Gaben von über 15 – 25 ppm auf.
Welche Symptome sind bei Selenvergiftung zu erkennen?
- Knoblauchartiger Geruch der Atemluft (Selen wird über die Lunge als Di- bzw. auch Trimethylselenit ausgeschieden – riecht wie Knoblauch)
Akute Selenvergiftung:
- Unruhe, Fressunlust
- Fieber
- Bewegungsstörungen (Ataxie), schwankender Gang, Festliegen
- Verweilen auf dem Karpalgelenk (Schmerzen in den Klauen)
- Atemnot bis Atemversagen (toxisches Lungenödem entsteht)
- Blutiger Schaum vor der Nase, vermehrtes Speicheln
- Schleimhautschäden (va. Magen-Darm-Trakt, Atmungstrakt)
- Durchfall, Koliken, Zähneknirschen
- Erhöhte Herzfrequenz, Kreislaufversagen
Chronische Selenvergiftung:
- Tiere sind apathisch und sondern sich von der Herde ab
- Steifer Gang, Bewegungsstörungen ähnlich wie beim Selenmangel
- Lecksucht, Fressunlust (Tiere magern ab)
- Tiere stoßen überall an oder wandern ziellos herum (Sehstörungen)
- Ziegen: Haarausfall, raues Haarkleid
- Klauenmissbildungen (Risse, Spalten am Kronsaum)
Bei Selenvergiftung ist umgehend der Tierarzt zu verständigen, akut vergiftete Tiere benötigen eine Infusionstherapie, bei chronischen Vergiftungen kann eine proteinbetonte Futterration und zusätzlicher Gabe von Leinöl die Symptome etwas mildern.
