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Geburtshilfe beim kleinen Wiederkäuer

Präsentieren sich die ertasteten Lämmer in normaler Lage (Vorderendlage ohne abgewinkelte Gliedmaßen, bei Zwillingen: das erste Lamm tritt normal in den Geburtskanal), dann genügt es im Regelfall, das Tier weiterhin auf Anzeichen eines abnormen Geburtsverlaufes zu beobachten. In den meisten Fällen ist eine Zughilfe NICHT notwendig.

Zughilfe ist erst dann zu leisten, wenn die Geburt ins Stocken kommt bzw. beim Ertasten der Früchte bemerkt wird, dass ein Geburtshindernis (ev. zu großes Lamm) vorliegen könnte.

Extraktion des Lammes:

Geburtsstricke sind, sofern sie verwendet werden an den Gliedmaßen zu befestigen – immer oberhalb der Fesselgelenke (feinere Stricke verwenden, als jene, die bei Kälbern üblich sind – erleichtert das Arbeiten!).

Vor Beginn einer notwendigen Zughilfe muss ausreichend Gleitgel bzw. Fruchtwasserersatz in den Geburtsweg eingebracht werden, insbesondere dann, wenn die Fruchtblase schon vor längerer Zeit geplatzt ist. Fehlerhafte Stellungen müssen unbedingt vor dem Herausziehen berichtigt werden, ansonsten riskiert man erhebliche Geburtsverletzungen am Muttertier und Lamm/Kitz (Ausnahme: Steißlage à Lamm kann im Notfall mit dem Becken zuerst herausgezogen werden).

Merke:

LEITSPRUCH: „IN DER (WEHEN)PAUSE ARBEITEN“ (MANIPULATIONEN AM LAMM BZW. BERICHTIGUNGEN INNERHALB DER GEBÄRMUTTER DÜRFEN NUR DURCHGEFÜHRT WERDEN, WENN DAS TIER EINE WEHENPAUSE HAT! PRESST DAS TIER DARF NICHT DAGEGEN ANGEGANGEN WERDEN BZW. DARF NIEMALS GEGEN DAS LAMM GEDRÜCKT ODER GESCHOBEN WERDEN!)

WENN DOCH: RISS IN DER GEBÄRMUTTER MÖGLICH! (DIES BEDEUTET FAST IMMER DEN VERLUST DES MUTTERTIERS.)

Hinterendlagen dürfen NIEMALS in eine Vorderendlage umgewandelt werden, da auch hier die Gefahr eines Gebärmutterrisses besteht! Bei Mehrlingsgeburten muss vor der Zughilfe sicher sein, dass die Beine zu 1 Lamm gehören und nicht aus Versehen 2 Beine von 2 Lämmern angeseilt worden sind! Nach jeder Extraktion eines Lammes unter Zughilfe muss nachgeprüft werden, ob sich noch ein weiteres Lamm im Mutterleib befindet.

Abnorme Stellungen und Lagen der Früchte zeigen sich folgendermaßen:

  • Abgewinkelte Gliedmaßen in Vorderendlage (Abb. 1)
  • Seitlich oder nach hinten verschlagener Kopf (Abb. 2)
  • Hinterendlage (Sonderform = Steißlage à nur Schwanz zu ertasten, keine Beine) (Abb. 3)
  • Hundesitzige Stellung – Rückenlage (äußerst schwierig zu berichtigen; Tierarzt verständigen!) (Abb.4)
  • Mehr als 2 Gliedmaßen (z.B. 4 Beine) sind zu ertasten (meist ein Zeichen für Mehrlinge
  • Selten: 1 Lamm in hundesitziger Stellung) (Abb.5)

Tipps zur Berichtigung von fehlerhaften Lagen oder bei Mehrlingsgeburten:

  • Immer zuerst einen Überblick über die Lage verschaffen
  • Mehrlinge: immer mit dem am wenigsten falsch liegenden und am weitesten in den Geburtskanal eingetretenen Lamm beginnen
  • Mehrlinge: immer mit dem Lamm, das bereits im Geburtskanal liegt beginnen
    vor dem Auszug immer die Lage berichtigen (Ausnahme: bei Hinterendlage)
  • RUHE bewahren
  • TIERARZT rufen, wenn man sich unsicher ist!
  • IMMER beachten, dass die Gebärmutter reißt, wenn man GEGEN das Tier und nicht MIT dem Tier arbeitet – nur in Wehenpause berichtigen
  • Presst das Mutterschaf ununterbrochen: TIERARZT RUFEN, keine Manipulation am Tier vornehmen – Gefahr eines Gebärmutterrisses ist zu groß
  • Immer genug Schleimersatz / Gleitgel verwenden
  • Je rutschiger der Geburtskanal ist, umso leichter geht die Zughilfe und Geburt vor sich

PRINZIP DES ZUG UND GEGENZUGS BEACHTEN!

Sind Lämmer / Kitze auf dem Rücken liegend ertastbar, sollte bei ungeübten Helfern so rasch als möglich der TIERARZT gerufen werden!

Diese Stellungen sind äußerst schwierig zu korrigieren und bedürfen wirklich sehr guter Erfahrung in der Geburtshilfe! (nur für Fortgeschrittene und Geübte).

NIEMALS Lämmer oder Kitze AUF DEM RÜCKEN LIEGEND HERAUSZIEHEN! Dies ist ein absolutes Geburtshindernis. Zieht man die Lämmer ohne vorherige Korrektur der Stellung heraus, BRICHT DEM LAMM DIE WIRBELSÄULE am Becken der Mutter!

Wir haben für Sie eine Broschüre erstellt, die die Berichtigungsmaßnahmen der häufigsten Fehllagen ausführlich beschreibt und als Hilfestellung bei der Geburtshilfe dienen soll. Die Broschüre ist im pdf-Format zum Download bereitgestellt.

Abb.1 Karpalbeugehaltung
Abb.1 Karpalbeugehaltung
Abb.2 Lamm mit seitlich verschlagenem Kopf
Abb.2 Lamm mit seitlich verschlagenem Kopf
Abb.3 Steißlage
Abb.3 Steißlage
Abb.4 Lamm in unterer Stellung
Abb.4 Lamm in unterer Stellung
Abb.5 Beispiel für mehrere im Geburtskanal tastbare Beine
Abb.5 Beispiel für mehrere im Geburtskanal tastbare Beine
Termine
27.05.2012 09:00
Altmühltaler Schäferfest
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25.05.2012 09:00
Lämmerverladestelle Plankstetten
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24.05.2012 15:00
Termine der Allgäuer Schafhalter e.V.
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Aktuelles
18.05.2012 10:46
Neuer Verbandsrechtsanwalt
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11.05.2012 11:35
Ausstellung Oberperfuss
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08.05.2012 09:10
Kilbernschau Tiroler Bergschaf
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