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Vierlinge! Muttertier frisst Nachgeburt

Physiologie der Trächtigkeit und Geburt

Im Mutterleib ist das Lamm von 2 Fruchthäuten, der sogenannten Allantois und dem Chorion (1. und 2. Fruchtblase) umgeben.

Diese dienen dem Fötus als Polster gegen Stöße. Die Fruchthäute wachsen während der Entwicklung der Föten aus der Plazenta (Mutterkuchen), welche mit ca. 80 Knöpfen, den Kotyledonen, an der Innenwand er Gebärmutter haftet. Über diese Verbindungen wird der Fötus ernährt.

Ungefähr 1 Woche vor der Geburt liegen 95 % der Lämmer bereits in Vorderendlage mit dem Kopf zwischen oder auf den Beinen in der Gebärmutter, der Muttermund ist zu diesem Zeitpunkt noch mit einem festen Schleimpfropfen verschlossen.

Während des Geburtsverlaufes unterscheiden wir 3 Hauptstadien:

1.) Aufweitungsphase
2.) Austreibungsphase
3.) Nachgeburtsphase

Anzeichen der Geburt

Ca. 10 Tage vor dem Geburtstermin beginnen die Zitzen prall zu werden, die Tiere eutern durch das Einschießen des Kolostrums sichtlich auf. Die Vulva beginnt anzuschwellen und die Beckenbänder werden elastisch (ein Anschwellen der Vulva kann bei älteren Muttertieren schon ab dem 4. Trächtigkeitsmonat ersichtlich sein).

Kurz vor dem Ablammen sondern sich die gebärenden Mutterschafe von der Herde ab – spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten sich die Tiere schon in der Ablammbox befinden.

Manipulationen während der Geburt (z.B. Umsetzen, Verbringen in andere Boxen nach Platzen der Fruchtblase) sind tunlichst zu unterlassen, da dies zuviel Stress verursacht und die Folge ist lediglich, dass sich der Geburtsablauf verzögert oder die Wehen sogar aussetzen!!!

1. Aufweitungsphase

Dauer: 3 – 4 Stunden

Mit dem Start der Kontraktionen der Gebärmutter setzen die Wehen ein. Der Schleimpfropfen wird zähflüssig und tritt aus der Scheide aus (wird oft übersehen). Der Muttermund wird durch den Durchtritt der Fruchtblase aufgeweitet. In diesem Stadium ist die Mutter unruhig, zeigt Schmerz, blökt eventuell und legt sich pressend hin, um gleich wieder aufzustehen. Die Phase endet mit dem Platzen der ersten Fruchtblase und dem Eintritt des ersten Lamms.

2. Austreibungsphase

Dauer weniger als 1 Stunde

Das Lamm tritt nun durch das Becken. Die Flüssigkeit der 2. Blase entleert sich (ölige Konsistenz) und macht die äußeren Geburtswege gleitfähig. Durch die Presswehen wird das Lamm mit den Vorderbeinen voran herausgepresst, danach folgen Kopf und Rumpf.

Sobald der Rumpf durch das Becken durchgetreten ist, wird der Rest des Körpers innerhalb kürzester Zeit ausgepresst.

Die Geburt eines Lammes sollte in der Regel nach dem Platzen der ersten Fruchtblase nicht länger als 1 Stunde dauern, wobei zu beachten ist, dass eine Geburt bei Erstgebärenden und Mehrlingen meist länger andauert.

3. Nachgeburtsphase

Zeit bis zum Abgang der Nachgeburt: 2 – 3 Stunden

Die Nachgeburt besteht aus den Resten der Eihäute und der Plazenta. Die Kotyledonen lösen sich hierbei von den Verbindungsstellen der Gebärmutter-wand, die Nachgeburt wird mit den Nachwehen vollständig ausgepresst.

Der vollständige Abgang der Nachgeburt sollte in jedem Fall überprüft werden, wird die Nachgeburt nicht gefunden, hat dies zwar meist die Ursache darin, dass die Mutterschafe die eigene Nachgeburt gerne fressen, dieses Mutterschaf muss aber auf jeden Fall gekennzeichnet und über die nächsten 2 – 3 Tage beobachtet werden.

Verzögerter Abgang:

Ab 4 – 5 Stunden Nachgeburtsverhalten: mehr als 6 Stunden kein Abgang

Meist wird der fehlende Abgang übersehen, da angenommen wird, dass das Schaf die Nachgeburt gefressen hat. Erst 2 – 3 Tage später erkennt man dies daran, dass die Tiere nicht mehr fressen, Krankheitssymptome und Fieber zeigen. In diesem Stadium ist es praktisch unmöglich, die Eihäute noch manuell abzunehmen, der Tierarzt ist beizuziehen und das Tier ist zu behandeln!

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27.05.2012 09:00
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