
Infos von der Landwirtschaftskammer OÖ:
Futtermittel: für Schafe und Ziegen in drei Broschüren sind 75 Futtermittel für Schafe/Ziegen nach Firmen alphabetisch mit Biotauglichkeit sortiert zusammengestellt. Die Broschüren enthalten alle wichtigen Alleinfutter, Ergänzungs- und Mineralfutter.
Nährstoffe: Alle wichtigen Nähr- und Mineralstoffgehalte sowie Spurenelemente und Vitamine sind aufgeführt. Ein objektiver Vergleich ist dadurch möglich. Alle Futtermitteldaten wurden dankenswerterweise durch die Futtermittelhersteller kontrolliert bzw. ergänzt. Die Broschüren sollen eine Fachunterlage in der Fütterungsberatung darstellen.
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Gib der Ziege, was sie braucht.
Allgemeine Fütterungs- grundsätze
Futtermittel
für Schafe und Ziegen in drei Broschüren sind 75 Futtermittel für Schafe/Ziegen nach Firmen alphabetisch mit Biotauglichkeit sortiert zusammengestellt. Die Broschüren enthalten alle wichtigen Alleinfutter, Ergänzungs- und Mineralfutter.
Nährstoffe
Alle wichtigen Nähr- und Mineralstoffgehalte sowie Spurenelemente und Vitamine sind aufgeführt. Ein objektiver Vergleich ist dadurch möglich. Alle Futtermitteldaten wurden dankenswerterweise durch die Futtermittelhersteller kontrolliert bzw. ergänzt. Die Broschüren sollen eine Fachunterlage in der Fütterungsberatung darstellen.
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• Ausreichende Grundfuttervorlage
Schafe mit Lämmern müssen bei der Grundfuttervorlage eine Sonderbehandlung erfahren. Grund-futter muss dabei ausreichend und mehrmals täglich frisch vorgelegt werden. Futterreste können an niedertragende Schafe verfüttert werden.
• Abdeckung des Bedarfes an strukturierter Rohfaser
Vor allem in der Weidezeit ist der Bedarf an strukturierter Rohfaser zu beachten (Heubeifütterung).
• Vermeidung von extremen Eiweißüberschüssen
Werden eiweißreiche Grundfuttermittel verfüttert (Grassilage 3.Aufwuchs, kleereiche Silage, junge Weide), so muss ausreichend mit Heu und Stroh und falls erforderlich mit eiweißarmen Kraftfutter ergänzt werden.
• Langsamer Futterwechsel
Abrupter Futterwechsel führt zu herabgesetzter Pansentätigkeit, was einerseits Verdauungs- und Gesundheitsstörungen und andererseits eine schlechte Nährstoffverwertung und folglich eine Ver-minderung der Milchleistung bedeutet (besonders bei Umstellung von Winterfütterung auf Weide beachten!).
• Kraftfutterzusammensetzung
Bei Grünlandrationen ist in der Regel keine Ergänzung mit eiweißreichen Futtermitteln notwendig. Getreide kann ungeschrotet verfüttert werden. Trockenschnitzel sollten vor dem Ablammen vorsich-tig eingesetzt werden, um keine Milchfieberprobleme zu provozieren. Die maximale Kraftfuttermenge je Gabe beträgt nach ausreichender Anfütterungszeit 0,5 kg.
• Weidefütterung
Langsamer Futterwechsel zu Beginn der Weide durch großflächiges Überweiden für wenige Stun-den verhindert Verdauungs- und Stoffwechselstörungen. Die optimale Weideform stellt die Um-triebsweide bei einer Mindestaufwuchshöhe von 10 cm dar. Sie sichert eine hohe Futterqualität, geringe Verunkrautung und Parasitenbelastung. Eine Restaufwuchshöhe von 5 cm sollte aus Grün-den des ausreichenden Futterangebotes und der Schonung der Grasnarbe nicht unterschritten wer-den.
• Mineralstoffversorgung
Wie in Tabelle 2 ersichtlich ergibt sich besonders in der Säugephase ein erhöhter Mineralstoffbedarf. Durch das Einmischen von 2% Mineralfutter für Schafe (kupferfrei!) in das Kraftfutter kann der Mineralstoff- und Vitaminbedarf abgedeckt werden. Die Mineralstoffversorgung ausschließlich über Leckschüsseln stellt nur einen Kompromiss dar, und schließt eine Überversorgung in der Trächtig-keit bzw. eine Unterversorgung in der Säugezeit nicht aus. Eine absolute Notwendigkeit ist das An-bieten von Salzlecksteinen oder Viehsalz zur freien Aufnahme bzw. die tägliche Vorlage von ca. 1 dag Viehsalz je Mutterschaf.
Fütterung von Milchziegen
Die Ziege unterscheidet sich im Fressverhalten gegenüber dem Rind und dem Schaf durch einige Besonderheiten:
• Häufige Futteraufnahme mit ausgeprägten Fresszeiten morgens und am frühen Nachmittag.
• Wählerisches Fressverhalten wie Bevorzugung der Blätter gegenüber den Stängeln und rohfaserarmen gegenüber rohfaserreichen Futtermitteln. Dieses Verhalten hat zur folge, dass der Nährwert des aufge-nommenen Futters je nach Rationszusammensetzung 5-20 % über dem des vorgelegten Futters liegt. Dies trifft dann zu, wenn ein täglicher Futterrest von 10 % bei Silagen und ca. 15-20 % Grünfutter toleriert wird, um eine maximale Grundfutteraufnahme zu erzielen.
• Die Höhe des Futterverzehrs wird durch drei Größen bestimmt:
• Futter (Art, Qualität, Geschmack)
• Tier (Alter, Gewicht, Leistung)
Entsprechende Unterschiede in der Futteraufnahme sind daher möglich.
• Der Wasserbedarf der Ziege liegt bei rund 3,5 l je kg aufgenommene Futtertrockensubstanz (2-3,5 kg pro Tag)
Das tägliche Nähr- und Mineralstoffangebot sollte eine aufgeglichene Bedarfsdeckung an allen Pro-duktionsstadien garantieren.
Fütterung während eines Produktionszyklus
Die Fütterung der Milchziege gliedert sich in drei Abschnitte:
• Vorbereitungsfütterung (=4. und 5. Trächtigkeitsmonat)
Durch den heranwachsenden Fötus wird das Pansenvolumen eingeschränkt und dadurch das Grundfutteraufnahmevermögen verringert.
Zu eiweißreichen Grundfuttermitteln wie Heu, Grummet, Grassilage, Wiese, Weide wird die Nähr-stoffkonzentration durch Zufütterung von 0,2 – 0,3 kg eines energiereichen Kraftfutters in den letzten Trächtigkeitswochen wesentlich verbessert. Eine Raufutterabgabe ist in diesem Fütterungsabschnitt besonders wichtig, weil dadurch die Gesunderhaltung der Tiere zu Laktationsbeginn verbessert wird. Die Mineralstoffversorgung kann über Minerallecksteine erfolgen. Auf die Natriumversorgung über Salzlecksteine ist besonders zu achten.
• Fütterung zu Laktationsbeginn (=Ablammung bis inkl. 2. Laktationsmonat)
Durch das Einsetzen der Milchproduktion ist nun ein stark erhöhtes Nährstoff- und Mineralstoffan-gebot notwendig. Auch wenn die Nährstoffkonzentration durch eine erhöhte Kraftfuttergabe verbes-sert wird, werden trotzdem Fett- und Eiweißreserven, die während der Trächtigkeit angelegt wurden, zu Begin der Laktation als Reserve benötigt. Um das Nährstoffdefizit so klein als möglich zu halten, muss eine entsprechende Kraftfuttermenge zugefüttert werden.
Als Anhaltspunkt gilt:
Milchleistung einer 60 – 70 kg schweren Ziege: ca. 3 kg Milch – 0,4 kg Kraftfutter
ca. 4 kg Milch – 0,8 kg Kraftfutter
ca. 5 kg Milch – 1,0 kg Kraftfutter
ca. 6 kg Milch – 1,2 kg Kraftfutter
• Produktionsphase (=Beginn 3. Laktationsmonat bis einschließlich 3. Trächtigkeits-monat)
In dieser Zeit erreicht der Futterverzehr sind Maximum, während die Milchproduktion abzufallen be-ginnt. Mit einer Milchleistung von ca. 2 kg/Tier und Tag ist die Nähr- und Mineralstoffversorgung über qualitativ gutes Grundfutter bereits abgedeckt. Auch erschöpfte Gewichtsreserven können in dieser Phase wieder aufgebaut werden. Die Ziege soll allerdings beim Ablammen nicht fett sein, um Stoffwechselstörungen, Schwergeburten und einer ungenügenden Milchleistung am Laktationsan-fang vorzubeugen.
Wieviel Wasser braucht eine Ziege?
Eine Milchziege hat einen durchschnittlichen Wasserbedarf von 5-10 Liter pro Tag. Dies variiert je nach Haltung und Fütterung.
Bei Weidegang und Grünfutterfütterung beträgt der Wasserbedarf ca. 5 L/Tag/Ziege. Bei Silagefütterung beträgt der tägliche Bedarf eher 5-10 L. Wenn die Milchziegen Heu- und Kraftfutter gefüttert bekommen benötigen diese rund 10 L frisches Trinkwasser.
Info: Gras enthält ca. 85% Wasser und 15% Trockensubstanz, deshalb benötigt die Ziege weniger zusätzliches Trinkwasser. Heu ist 85% Trockensubstanz und der Wasseranteil beträgt ca. 15%, deshalb ist der Wasserbedarf höher als bei Weidegang.

Abwechslung ist gut
Kleines ABC der Futtermittel für Milchziegen
Die in der Milchviehfütterung eingesetzten Futtermittel sind auch für die Ziegen geeignet dabei bildet das Gras und seine Konserven wie bestes blattreiches Heu (Belüftungsheu) und Grassilage von einwandfreier Qualität (rechtzeitiger Schnitt, gut vorgewelkt und optimal vergärt, keine Gärschädlin-ge) die wichtigste Grundlage für eine wirtschaftliche Ziegenfütterung.
Kleines ABC der Futtermittel nach J. Kessler, Porieux, Schweiz
Futtermittel + Bemerkungen + Futter/Tag
Biertreber
Verzehr bis ca. 0,9 kg TS/Tag; frisch oder als Silage ver-wendbar Qualität überwachen
2,5 – 3,5 kg
Futterrüben
Verzehr bis ca. 0,7 kg TS/Tag , nur gesunde und gut konservierte Rüben verfüttern; Vorlage gehäckselt oder in speziellen Fällen auch ganz möglich
3,0 – 5,0 kg
Maissilage
Nur in der ersten Laktationshälfte einsetzen, sonst Gefahr von Verfettung, Futterverweigerung; Ergänzung mit ca. ½ kg Heu empfehlenswert
3 – 4 kg
Kartoffeln
Verzehr bis 0,6 kg TS/Tag
(vereinzelt Aufnahmeverweigerung) keine verdorbenen gekeimten oder grünen Kartoffeln verfüttern (Durchfall, Ekzeme, …) Bröckel werden besser gefressen als ganze Knollen
2 – 2,5 kg
Laub und Reisig
Reich an Nähr-, Mineral- und Wirkstoffen; hoher Gerbsäu-regehalt, bei reichlicher Zufuhr evtl. negativer Einfluss auf Verdaulichkeit der Ration
Getreide
Gerste, Mais, Hafer, Weizen, gequetscht od. grob gebrochen vorlegen (sonst evtl. Futterverschwendung, Atembeschwerden)
