Probleme, Schäden, etc.
Startet man Biotoppflegeprojekte mit Schafen und Ziegen treten Anfangs häufig Probleme auf. Ist man sich derer bewusst, können diese durch Einhaltung verschiedener Maßnahmen verhindert werden.
Das Anlegen einer befestigten Wasserstelle gilt meist als die schwierigste Aufgabe beim Einsatz von Schafen und Ziegen als Landschaftspfleger. Man muss hierbei nämlich darauf achten, dass der Boden unter dem Wassertrog gut drainagiert ist. Da besonders Ziegen gerne das Wasser auf dem Boden vor der Trinkstelle verspritzen ist hier die Gefahr von Darmparasiten besonders hoch. Durch das Anlegen z.B. einer Schotterdrainage kann dies verhindert werden. Bei Befestigung des Bodens mittels Holzrost kann es zu Problemen mit den Klauen der Tiere kommen.
Ebenfalls sollten bei der Beweidung besonders nasse Bereiche wie Feuchtstellen ausgezäunt werden. Hier ist die Aufnahme von Endoparasiten wie zum Beispiel der Leberegel sehr häufig. Bei Beweidung von Feuchtwiesen oder stark vernässten Hutweiden oder Almflächen ist aus den oben angeführten Gründen auf einen häufigen Wechsel der Koppel zu achten.
Biotoppflege mit Ziegen verursacht häufig auch Probleme durch das Plärren der Tiere aus „Futtermangel“. Am Beginn der Weideführung fressen die Tiere die schmackhaftesten Blätter und Kräuter. Sind diese verzehrt so beginnen die Ziegen sich lautstark zu beklagen. Aus landschaftspflegerischer Sicht ist jedoch meist eine längere Beweidung von Nöten um den gewünschten Entbuschungseffekt zu erzielen. Hier sind Nerven zu bewaren und der Weidegang ist noch fortzusetzen bis auch die von den Tieren weniger beliebten Gehölze verbissen sind.
Als großes Problem der Ziegenhaltung wird häufig auch die Freiheitsliebe dieser Tiere erwähnt. Durch das Anbringen eines Salzsteines, das Anstreben eines Herdenverbundes (egal ob reine Ziegenherde oder gemischt mit Schafen oder Rindern) und ein gutes Einzäunen ist das Ausreißen der Tiere gut in den Griff zu bekommen.
Vergiftungen der Tiere durch Aufnahme von Giftpflanzen kommen beim Weidegang nur in den seltensten Fällen vor. Ein Verbiss von Giftpflanzen erfolgt zwar in der Regel, wobei die Tiere meist nur geringe Mengen zu sich nehmen. Bei weideerfahrenen Wiederkäuern erfolgt die Aufnahme gewisser giftiger Pflanzen zur Entwurmung bei Parasitenbefall.
Trittschäden spielen bei der Biotoppflege meist nur untergeordnete Rolle, da die Beweidung der Flächen nur kurzfristig erfolgt und zwischen den Weidegängen der krautigen Vegetation genügend Zeit zur Regeneration gegeben ist.
