Streuwiese
Streuwiesen sind Sekundär aus Extensivstandorten durch extensive Mähnutzung entstandene Grasbestände mit dominantem Auftreten von Sauergräsern und dem Pfeifengras (Molinia caerulea). Sie gedeihen überwiegend auf stark vernässten bis zeitweilig überfluteten Böden mit Anmoor- oder Torfcharakter.
Das Futter hat einen nur geringen Nährwert, eignet sich aber neben der Verwendung als Einstreu besonders gut für die Verfütterung an Pferde und Schafe.
Die einmalige Mahd dieser weder gedüngten noch beweideten Wiesen erfolgte früher oft erst im Winter, heut meist im Spätsommer oder Herbst. Auch dieser Lebensraum ist durch Bewirtschaftungsaufgabe und nachfolgende Verbuschung oder durch Dränage gefährdet.
Trotz des mäßigen Artenreichtums mit in Abhängigkeit vom Standort sehr unterschiedlichen Pflanzengemeinschaften, besitzen Streuwiesenbestände einen sehr großen Anteil an seltenen Arten (Rote-Liste-Arten), die sensibel auf jede Bewirtschaftungsänderung reagieren. Neben zum Teil seltenen Sauergräsern finden sich Orchideen, Schwertlilien und andere angepasste Spezialisten. Reine Schilfwiesen sind besonders homogen und artenarm und erlauben nur wenigen Beiarten die Koexistenz im Bestand. Sie sind aber Lebensgrundlage für seltene Vogelarten wie den Rohrsänger.


