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Grünerlengebüsche (Alnus viridis)

Das Grünerlengebüsch ist besonders auf schattigen feuchten Hängen in der Alpinstufe zu finden, reicht aber wie das Latschengebüsch entlang von Lawinenschneisen und Bachufern bis in die Täler herunter.

Auf Grund der Biegsamkeit ihrer Äste kann die Grünerle dem Schneedruck nachgeben und so die Besiedelung solcher Extremstandorte bewerkstelligen. Auf den oben genannten Standorten bildet die Grünerle langjährig unveränderliche Bestände mit 3 – 5 m Höhe.

Der Tatsache, dass sie mit Hilfe von Bakterien in ihren Wurzeln den Luftstickstoff pflanzenverfügbar machen kann, ist es zu verdanken, dass sie ein echter Bodenverbesserer ist. Dies wiederum ermöglicht einer Reihe von stickstoffliebenden Kräutern und Hochstauden das Gedeihen auf einem für diese Pflanzen sonst unattraktiven Standort. Neben der Grünerle finden sich häufig noch weitere Strauchgehölze, wie verschiedene Weidenarten, Heckenkirsche, Vogelbeere, Latschen sowie kleine Fichten und Lärchen.

Die Grünerle erfüllt die wichtige Funktion der Bodenfestigung – besonders über tonreichem Muttergestein – und besitzt große Bedeutung in ihrer Funktion als Pionier- und Vorwaldpflanze. Diese Eigenschaften werden einerseits erfolgreich bei der Wiederaufforstung und Sicherung von Rutschhängen verwendet, andererseits ist die Grünerle jedoch ein typisches und unerwünschtes Anfangsstadium bei der natürlichen Verwaldung aufgelassener Almen.
Da Ziegen nicht nur Gras, sondern auch Laub und Rinde fressen, eignen sie sich hervorragend für die Schwendung verbuschender Almen. Zu dem stellen sie sich bei Bedarf auf die Hinterbeine und erreichen Höhen von über 1,5 m. Das Klettern im steilen Gelände bereitet ihnen keine Schwierigkeiten. Trittschäden gibt es nur auf besonders erosionsanfälligen Stellen (auszäunen). Als Schutz vor Wind und Regen benötigen sie einen festen Unterstand.

Um einen raschen Verbiss der Gehölze zu erreichen, sollten auch Ziegen gekoppelt und die zu schwendenden Bereiche für ein bis 2 Wochen intensiv beweidet werden.

Projekt: Otto Denoth „Rodung von eingewachsenen Alpweiden” (Agro-News Nr. 2680, 2004).

Abb.1 Zapfen der Grünerle
Abb.1 Zapfen der Grünerle
Abb.2 Großflächiges Grünerlengebüsch über ehemaliger Almfläche
Abb.2 Großflächiges Grünerlengebüsch über ehemaliger Almfläche
Abb.3 Die Meisterwurz ist eine typische Pflanzen im Unterwuchs des Grünerlengebüschs
Abb.3 Die Meisterwurz ist eine typische Pflanzen im Unterwuchs des Grünerlengebüschs
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