Ergebnisse der Arbeitskreisberatung!
Seit dem Jahr 2009 wird die Arbeitskreisberatung für Schafe und Ziegen in Österreich angeboten. Im Rahmen dieser Beratung werden einmal jährlich die biologische Daten (Tierbestand, geborene Lämmer, Zwischenlammzeit usw.) aufgezeichnet und die Einnahmen und Ausgaben der Schaf- und Ziegenhaltung gegenübergestellt um so den Betriebserfolg ablesen zu können. Diese gewonnen Daten werden ausgewertet und jedem Betrieb zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Einzelbetriebe werden gesammelt und zu einem österreichischen Durchschnitt zusammengefasst Der Bericht für das Jahr 2010 wurde vor kurzem fertiggestellt, einige Ergebnisse daraus sind im folgenden Artikel dargestellt.
Erfolgreiche Lämmerproduktion
Im vergangenen Jahr gab es fünf Arbeitskreise Lämmerproduktion in Oberösterreich, Salzburg und Tirol. Die folgenden Ergebnisse beruhen auf den Daten von 46 Mitgliedsbetrieben mit insgesamt 2.613 Mutterschafen.
Mit einem Durchschnitt von 56,8 Mutterschafen pro Betrieb liegen die Arbeitskreisbetriebe deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 24 Mutterschafen pro Betrieb. Von diesen Mutterschafen werden im Durchschnitt 1,4 Lämmer aufgezogen. Hier liegt noch starkes Potential in der Arbeitskreisberatung um das angestrebte Ziel von 2 aufgezogenen Lämmern pro Mutterschaf zu erreichen.
Die direktkostenfreie Leistung setzt sich aus den Erlösen und Kosten der Schafhaltung zusammen. Eine wirtschaftliche Lammfleischerzeugung ist im Wesentlichen von der Anzahl verkaufter Lämmer pro Mutterschaf und Jahr abhängig. Je höher die Anzahl an verkauften Lämmern ist, desto höhere Erlöse können erwirtschaftet werden. Die Ergebnisse dieser Auswertung zeigen, dass es zwischen den einzelnen Betrieben große Unterschiede in diesem Bereich gibt. Während die besseren Betriebe eine höhere Anzahl verkaufter Lämmer und zusätzlich einen höheren Anteil an Zuchttierverkauf aufweisen, ergibt sich bei den schwächeren Betrieben ein Verbesserungsbedarf in diesen Bereichen. Um das wirtschaftliche Potenzial aller Betriebe voll ausschöpfen zu können ist es notwendig, besonders im Managementbereich Verbesserungen hinsichtlich z.B. Fruchtbarkeitskontrollen, Fütterungsmanagement und Lämmeraufzucht etc. anzustreben.
Auch hier zeigt sich die Wichtigkeit der Arbeit eines Arbeitskreises. Einerseits wird durch das Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen bzw. Seminaren zur Optimierung verschiedenster Betriebs- und Produktionsabläufe angeregt, andererseits kommt es auch zu einem Lerneffekt durch den Austausch zwischen den Betrieben. Aus dem Grund sind regelmäßig stattfindende Treffen mit Gleichgesinnten für einen Informationsaustausch sehr wichtig.
Allerdings müssen die Ergebnisse über mehrere Jahre betrachtet werden, da es sehr stark davon abhängt, ob die Tiere in diesem Jahr ein oder zweimal gelämmert haben und diese Lämmer am Ende des Jahres noch am Betrieb stehen oder bereits verkauft werden konnten.
Ziegenmilchproduktion
Für Ziegenmilchproduktion werden 3 Arbeitskreise in Oberösterreich und Salzburg angeboten. Für die Auswertung wurden 31 Betriebe mit 2.930 Milchziegen herangezogen.
Im Durchschnitt werden in den Arbeitskreisbetrieben 94,5 Milchziegen gehalten, wobei im besseren Viertel mehr als doppelt so viele Milchziegen gehalten werden als im schwächeren Viertel. Zum besseren Viertel zählen Betriebe, die einen überwiegend konstanten Bestand haben, im schwächeren Viertel sind eher Betriebe, die noch weiter aufstocken. Diese Betriebe haben tendenziell eher jüngere Ziegen, was sich auch in der Lebensleistung der Tiere wiederspiegelt.
Der Durchschnitt der produzierten Milch pro Ziege liegt mit 607 kg leicht unter dem Durchschnitt der amtlichen Milchleistungskontrolle mit 654 kg. Das bessere Viertel verkauft nahezu doppelt so viel Milch als das schwächere Viertel.
Die Rentabilität dieses Betriebszweiges wird vor allem durch die Menge an verkaufter Milch pro Ziege bestimmt. Im besseren Viertel sind auch die größeren Betriebe, die sich vor allem durch einen höheren Kraftfuttereinsatz vom schwächeren Viertel unterscheiden und daher auch eine bessere Leistung haben. Jedoch ist es auch hier von größter Wichtigkeit den Einsatz des Kraftfutters zu optimieren um dadurch einerseits einer Über- bzw. Unterversorgung der Tiere entgegenzuwirken aber auch um unnötige Kosten einzusparen. Weiters kann durch die Erhöhung der Grundfutterqualität die Grundfutterleistung der Tiere maßgeblich beeinflusst werden, was wiederum zu einer Senkung des Kraftfutterbedarfs führt. Aufgrund der geringen Anzahl an Ziegenmilchverarbeitenden Molkereien und der relativ geringen Liefermenge pro Betrieb im Verhältnis zur Kuhmilch haben die Transportkosten einen sehr hohen Anteil an den gesamten Direktkosten.
Weiterbildung durch Arbeiskreisberatung!
Neben den betriebswirtschaftlichen Ergebnissen steht in der Arbeitskreisberatung vor allem die Weiterbildung durch Fachexkursionen, Vorträge, Betriebsbesichtigungen im Vordergrund. In den Arbeitskreisen wurden unter Anderem folgende Themen behandelt: Fütterung von Lämmern und Mutterschafen, Weideworkshop, Lämmerausfallursachen, Homöopathiekurs, Parasitenbekämpfung, Klauenpflegekurs, Herdenmanagement. Durch den intensiven Erfahrungsaustausch und die Betriebsbesichtigungen kann die eigene Betriebsblindheit ausgeschaltet und auch Ideen an andere Betriebe weitervermittelt werden.
Für eine wirtschaftliche Schaf- und Ziegenhaltung ist auch eine gute Grundfutterqualität Voraussetzung. Um die Qualität zu erheben und mögliche Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten wurden in den Arbeitskreisen geförderte Grundfutteruntersuchungen für Heu und Silage durchgeführt. Bei den Heuproben haben sich eher niedrige Energiegehalte und höhere Rohfaserwerte ergeben, was auf eine zu späte Nutzung hinweist. Ziel ist es die Grundfutterqualität zu erhöhen um damit eine bedarfsgerechte Fütterung der Tiere mit möglichst wenig Kraftfutter sicherzustellen. Um den Bedarf und die Versorgung der Tiere richtig einschätzen zu können, wurde aus den gewonnen Ergebnissen mit Hilfe eines Fütterungsexperten eine leistungsgerechte Ration erstellt.
Im heurigen Jahr wird dieses umfangreiche Beratungsangebot auch auf Niederösterreich ausgeweitet. In den bestehenden Arbeitskreisen wird die erfolgreiche Arbeit weiter fortgeführt und ausgebaut. Zusätzlich wird das Beratungsangebot durch die Gründung von neuen Arbeitskreisen noch erweitert. Nur durch eine längerfristige Mitgliedschaft beim Arbeitskreis ist es möglich, seinen Betrieb über die Jahre zu vergleichen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskreisberatung ist der Bezug zur Praxis und das Lernen anhand der Praxis. Eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeitskreisberatung ist auch die Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber den Arbeitskreismitglieder, aber auch die Verschwiegenheit nach außen. Wenn Sie nähere Informationen über den Bundesbericht oder über die Arbeitskreisberatung erfahren wollen, können Sie sich jederzeit bei ihrem Landesverband melden.
Bundesbericht 2010
Hier können Sie den Bundesbericht 2010 herunterladen:
Bundesbericht 2010 - 2 MBExkursionen und Betriebsbesichtigungen!
Im Rahmen des Ziegenmilcharbeitskreises wurde Ende September eine Exkursion nach Oberösterreich durchgeführt. Dabei wurden zwei sehr interessante Betriebe mit jeweils rund 200 Milchziegen besichtigt. Die Exkursionsteilnehmer waren vor allem von der Größe und der schön zu bewirtschaftenden Flächen der Betriebe beeindruckt. In sehr interessanten Fachgesprächen wurden die derzeitige Situation und die Probleme der Milchziegenhaltung besprochen.
Anfang Oktober fanden dann im Rahmen des Arbeitskreises Flachgauer Lämmerprofi zwei Betriebsbesichtigungen von Mitgliedsbetrieben statt. Dabei wurde von den Betriebsleitern der Betrieb vorgestellt und die eigene Betriebsphilosophie besprochen. Dadurch konnten die Teilnehmer sehr gut die Situation des jeweiligen Betriebes mit dem eigenen Betrieb vergleichen und auch Ideen für zu Hause gewinnen.
Die nächsten Arbeitskreistreffen in den verschiedenen Arbeitskreisen werden Mitte – Ende November stattfinden.






















