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Die Schafhaltung – Eine Sparte auf Vormarsch

„Biene, Fisch und Schaf verdienen dem Herrn das Geld im Schlaf. Schlafe er nur nicht zu lang, sonst wird ihm Angst und Bang.“

Volksmund

Das Schaf hat als kleiner Wiederkäuer in Österreich, insbesondere in den Gebirgsregionen eine sehr lange Tradition. Wurden vor 150 Jahren noch ca. 1,5 Millionen Schafe gehalten, so wurde 1972 mit nur mehr 112.000 Tieren der absolute Tiefststand erreicht. In den letzten Jahren erholte sich jedoch der Bestand wieder auf rund 327.000 Schafe.

Diese sehr positive Tendenz verläuft entgegen der europaweiten Entwicklung. Hier sanken die Schafzahlen binnen 4 Jahren (1999 bis 2003) um 5,5 Millionen Tiere (Statistisches Jahrbuch 2006).

Vergleicht man diese konträren Entwicklungen miteinander, so kann in Österreich durchaus von einer Renaissance der Schafhaltung gesprochen werden.

Die wohl wichtigste Einnahme der Schafhaltung ist der Verkauf von Fleisch, hier allen voran das Lammfleisch. Doch auch Zuchttiere, Schafmilch und Wollprodukte stellen bei etlichen Betrieben das wirtschaftliche Standbein dar.

Das heimische Lamm ist ein typisches Lebensmittel aus einer modernen alpinen Landwirtschaft. Durch die naturnahe Haltung der Mutterschafe und der Lämmer lässt sich ein einzigartiges, zartwürziges Aroma erreichen. Dieses Aroma ist jedoch bitte nicht mit den typischen „schöpsernen“ Geschmack von Altschafen zu verwechseln. Qualitätslämmer haben ein Alter zwischen 3 und 6 Monaten und ein Gewicht zwischen 35 und 48 kg. Da die Tiere noch vor Erreichen der Geschlechtsreife geschlachtet werden, ist eine geschmackliche Beeinträchtigung auszuschließen.

Die wenigsten Produzenten und Konsumenten wissen, dass mit nur 150 g Lammfleisch der Körper mit rund 1/3 des täglichen Eisen- und Zinkbedarfes versorgt ist. Das Besondere jedoch ist der hohe Anteil an Vitaminen, welche im Fett enthalten sind.

Der Genuss von frischem Lammfleisch ermöglicht es darum:
• 100 % des Vitamin B 12
• 50 % des Niacin
• 25 % des Vitamin B 6
• 20 % des Vitamin B1 & B2 Bedarfes abzudecken.

Die überwiegend im Lammfleisch vorkommende Orotsäure hat eine immunstärkende Wirkung. Die hohe biologische Wertigkeit des Eiweißes ermöglichen es dem Körper, 100 g Lammeiweiß zu 80 g körpereigenem Eiweiß umzubauen.

Schafhaltung ist nur unter der Vorraussetzung eines geringen Investitionskosteneinsatzes wirtschaftlich möglich. Auf Grund der Größe sind jedoch Aufstallungssysteme nicht so massiv auszuführen wie in einem Rinderstall. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich durch Eigenleistung beinahe die komplette Stalleinrichtung selber machen.

Vor einer Adaption bestehender Altgebäude sollte sich der Landwirt jedoch ausreichend in Beratungsgesprächen bzw. bei anderen Schafbauern über das Ablaufsystem eines Schafbetriebes informieren. Richtig gestaltete Boxen und korrekt gelegte Triebwege ersparen später nicht nur viel Zeit, sondern schonen auch Mensch und Tier.

Eine große Stärke der kleinen Wiederkäuer ist die gute Verwertung rohfaserreichen Futters. Aus diesem Grund spielt die Weidehaltung eine sehr große Rolle. Je nach geographischer Vorraussetzungen dominiert in den westlichen Bundesländern Österreichs die Almhaltung die Sommermonate. Im Osten hingegen wird vornehmlich mit Koppelhaltung gearbeitet. Hütehaltung wie bei unseren deutschen Nachbarn spielt in Österreich keine Rolle mehr.

Grundsätzlich gilt jedoch wie bei allen anderen Nutztieren auch der Grundsatz einer leistungsgerechten Fütterung.
Eine Anpassung an die drei Leistungsstadien Leer- und Niedertragend, Hochtragend, Laktierend, sichert den wirtschaftlichen Erfolg in der Schafhaltung. Zusätzlich kann durch die Flushing – Fütterung die Ovulationsrate erhöht und der Zwillingsanteil gesteigert werden. Ein hoher Anteil an Mehrlingsgeburten ist entgegen dem Rinderbereich sogar erwünscht, da dieser massiven Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Lämmererzeugung hat.

Des weiteren müssen Nachzuchttiere rohfaserreich und Masttiere rohproteinreich gefüttert werden. Nach Absetzen von der Mutter mit 2 – 3 Monaten ist dies nur durch eine Separierung der Masttiere in eine eigene Box möglich. Durch Zugaben von Ergänzungsfutter stehen Tageszunahmen (rassebedingt bis zu 500 g/d) nichts im Wege.

Schafe sind beim Spurenelement Kupfer sehr empfindlich. Aus diesem Grund sollte bei der Auswahl des Ergänzungsfutters auf rassenspezifische Getreidemischungen zurückgegriffen werden.

Neueinsteiger wäre es zusätzlich anzuraten, sich im Vorfeld bei dem jeweiligen Landesverband über eventuelle Futtermittelaktionen zu informieren.

Vermarktung

Ein gewichtiger Part im Bereich der Schafhaltung stellt die Vermarktung dar. Bei nur 75 % Bedarfsdeckung (lt. Statistisches Jahrbuch 2006) durch heimisches Lammfleisch stellt der Verkauf kein wirkliches Problem dar.

Dennoch war die Situation nicht immer so rosig. Noch vor 15 Jahren, zu einer Zeit, in der sich noch keine Schafzuchtverbände um den geregelten Verkauf kümmerten, waren die Preise großen saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Diese entstanden einerseits durch schwankenden Mengenfluss (z.B. durch die Alpung) andererseits durch hohe Importzahlen.

Eine wirtschaftliche Planbarkeit war bedingt durch diese Ausgangssituation nur schwer möglich. Die Lösung lag in einem konzentrierten Marktauftritt, der mit Hilfe der einzelnen Schafzuchtverbände möglich war. Durch Voranmeldung im Büro des jeweiligen Landesverbandes kann die vom jeweiligen Abnehmer gewünschte Menge organisiert werden. Die Verwiegung und Verladung auf festgelegten Übernahmestellen senken für den Abnehmer die Kosten pro Lamm enorm; ein Preisanstieg war die Folge.

Die Bundesländer Salzburg und Steiermark gingen sogar noch einen Schritt weiter und gründeten Vermarktungsställe. Dadurch können Lämmerproduktionsbetriebe ganzjährig Lämmer und Altschafe zu festgelegten Preisen vermarkten. Die angelieferte Ware wird vom Schafzuchtverband angekauft, sortiert und den verschiedensten Absatzschienen zugeordnet.

Fazit

Die Schafhaltung wird in nächster Zeit sicherlich noch stark an Bedeutung gewinnen. Der Nachfrageüberhang garantiert stabile, gute Preise; eine wirtschaftliche Planbarkeit ist dadurch möglich.

Vor der Umstellung sollte jedoch eine Beratung durch den jeweiligen Landesschafzuchtverband erfolgen. Diese ist kostenlos und ersparen dem Umstellungsbetrieb etliche Fehler und Lehrgeld.

Termine
17.02.2012 08:00
Gebietsausstellung Mieders
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11.02.2012 08:00
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10.02.2012 08:00
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Aktuelles
22.11.2011 16:17
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24.10.2011 14:57
Gelungene Gebirgs- und Fleischziegenausstellung in Schmirn am 15.10.2011
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19.10.2011 13:16
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